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Insektenstudie ist "Unstudie" des Monats

Das Essener Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung hat die jüngsten Meldungen zum Insektensterben zur „Unstatistik des Monats“ erklärt. Es wirft die Frage auf, warum die Zahlen immer möglichst erschreckend sein sollen.

Biene im Brennpunkt: Statistiker zerlegen die Zahlen der jüngsten Studie zum "Insektensterben". (Foto: pexels.com)

Das Essener Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) hat die jüngsten Meldungen zum Insektensterben zur „Unstatistik des Monats“ erklärt. Es wirft die Frage auf, warum die Zahlen immer möglichst erschreckend sein sollen.

Der Berliner Psychologe Gerd Gigerenzer, der Dortmunder Statistiker Walter Krämer und RWI-Vizepräsident Thomas K. Bauer weisen jeden Monat kritisch auf aktuelle Statistiken und deren Interpretationen hin. Diesmal kürten sie die jüngsten Meldungen zum Insektensterben zur "Unstatistik" des Monats.

Je nach Zeitpunkt 76% oder 30% weniger Insekten

Zu den kürzlich veröffentlichten Insektenzahlen teilt das RWI mit, dass der gemeldete Rückgang der Insekten um 76 % genau geprüft werden müsse: „Jede berichtete Abnahme zwischen zwei Zeitpunkten hängt davon ab, welchen Anfangszeitpunkt man wählt. Dies gilt besonders bei drastisch schwankenden Werten wie bei Börsenkursen und Biomassen von Insekten. Hätte man das Jahr 1991 statt 1989 als Anfangspunkt gewählt, wären es statt 76 % weniger Insekten nur etwa 30 % weniger gewesen.“

Ursachen untersuchen statt Panik verbreiten

Das sei immer noch ein Anlass zum Nachdenken über die Ursachen, zu denen die Studie keine Antworten gebe. „Es ist aber auch ein Anlass darüber nachzudenken, warum man immer wieder versucht, uns mit möglichst erschreckenden Zahlen Panik zu machen.“ (Str)