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Insektensterben verschont häufige Arten nicht

Auch die "Generalisten" sind gefährdet: Neusten Untersuchungen zufolge wird auch die genetische Vielfalt sogenannter Allerweltsarten massiv abnehmen

Bei Untersuchungen mit Schmetterlingen wurde nachgewiesen, dass auch "anspruchslosere" Arten gefährdet sind

Während die Wissenschaft bislang davon ausgegangen ist, dass besonders die Spezialisten unter den Insekten – also Tiere, die auf einen besonderen Lebensraum angewiesen sind – vom Artensterben bedroht sind, zeichnen neue Forschungsergebnisse ein anderes Bild. Mitarbeiter vom Senckenberg Deutschen Entomologischen Institut (SDEI) Müncheberg konnten gemeinsam mit Kollegen der TU München bei Untersuchungen mit Schmetterlingen nachweisen, dass künftig auch die sogenannten „Aller­weltsarten“ massiv gefährdet sind.

Auch genetische Vielfalt der Generalisten nimmt ab

Als Gründe für den Rückgang dieser „Generalisten“ nennt das Forscherteam eine Verinselung von Lebensräumen sowie die Intensivierung der Landwirtschaft. Auch die genetische Vielfalt der untersuchten Arten dürfte laut der Studie zukünftig stark abnehmen; in Folge reagierten die Insekten sensibler auf Umweltveränderungen. Das Wissenschaftlerteam legt in seiner Studie dar, dass Arten mit geringen Ansprüchen an ihren Lebens­raum auf den Austausch zwischen verschiedenen Populationen angewiesen seien. Die Untersuchungen machten ferner deutlich, dass weitverbreitete Arten über einen merklich vielfältigeren innerartlichen Genpool verfügten als Arten, die sich auf einen speziellen Lebensraum angepasst hätten. Sofern die Tiere jedoch aufgrund einer Verinselung ihrer Lebensräume nicht mehr die Möglichkeit hätten, diese genetische Vielfalt durch Austausch aufrechtzuerhalten, dürfte ihnen die Anpassungsfähigkeit an veränderte Umweltbedingungen fehlen. Mit zunehmender Zeit und einer weiteren Verschlechterung der Lebensräume sowie des Zusammenbruchs von Lebensraumnetzwerken nehme die Gefährdung auch für weitverbreitete, „anspruchslose“ Arten daher zu.