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Hasenpest: Jetzt auch im Osnabrücker Land

Dieser Hase ist kerngesund. Aber das kann sich rasch ändern. Foto: Asbrand

Nach mehreren Fällen von Hasenpest in den Kreisen Lippe und Soest sind nun auch zwei Fälle in der Gemeinde Hilter festgestellt worden, teilt der Landkreis Osnabrück in einer Pressemitteilung mit. Insgesamt konnte nach Angaben des Kreises die Krankheit damit in Deutschland in diesem Jahr an 31 Tieren, meist Hasen, und in zwölf Fällen bei Menschen nachgewiesen werden.

Tularämie – so heißt die Hasenpest bei Medizinern – ist eine meldepflichtige Tierseuche. Sie ist eine pestähnliche, meist mit Lymphknotenschwellung einhergehende Infektionskrankheit zahlreicher Tierarten. Neben Hasen und Wildkaninchen sind Meerschweinchen, Hauskaninchen und Mäuse hochempfänglich für die Seuche.

Auch auf Menschen übertragbar

Hasenpest kann auch auf Menschen übertragen werden, wobei schwere bis lebensbedrohliche Krankheitsverläufe möglich sind. Das klinische Bild beim Menschen ist vielfältig. Fieber, Schweißausbrüche, Schüttelfrost, Gliederschmerzen und Schwellungen der Lymphknoten gehören zu den Allgemeinsymptomen.

Der Erreger wird direkt über den Kontakt von Tier zu Tier aufgeenommen: über das Fressen infizierter Beute sowie sehr selten über infizierte, blutsaugende Insekten. Die erkrankten Tiere zeigen Schwäche, Apathie bis zum Ausbleiben des Fluchtverhaltens und Fieber. Meistens verenden die Tiere innerhalb von vier bis dreizehn Tagen. Haushunde und Katzen scheinen gegenüber dem Erreger weitgehend resistent zu sein, bei ihnen kommt es nur in seltenen Fällen zu einem Krankheitsausbruch, heißt es in der Pressemeldung. Sie zeigen dann Appetitlosigkeit, Fieber und Schwellung der Lymphknoten.

Tiere sofort melden

Auffällige Tiere sollten zur Untersuchung in ein Veterinäruntersuchungsamt abgegeben werden. In NRW kommen vier Einrichtungen in Frage. Zuvor sind die Anlieferadresse und die Annahmezeiten telefonisch zu erfragen.

Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Arnsberg
Zur Taubeneiche 10-12
59821 Arnsberg
Tel. 02931/809-0
Fax 02931/809-290

CVUA Münsterland-Emscher-Lippe
Albrecht-Thaer-Straße 19
48147 Münster
Tel. 0251/9821-0 (Zentrale)
Fax 0251/9821-250

CVUA-Ostwestfalen-Lippe
Westerfeldstr. 1
32758 Detmold
Tel. 05231/9119
Fax 05231/911503

CVUA Rhein-Ruhr-Wupper
Deutscher Ring 100
47798 Krefeld
Tel. 02151/849-0
Fax 02151/849-4042

Das ist zu beachten

Eine Infektion des Menschen kann beim Abbalgen, Zerlegen oder auch nur beim Transport des Wildes durch Kontakt mit Haut oder Schleimhaut sowie durch Einatmen erregerhaltigen Materials wie Staub oder Flüssigkeit und durch den Verzehr infizierten und unzureichend erhitzten Fleisches auftreten.

Zur Vorsicht sollten sich Menschen von toten Tieren, insbesondere Hasen und Kaninchen, fernhalten. Auch Haustiere wie Hunde sind von Kadavern fernzuhalten. Da in erster Linie Jäger mit infizierten Wildtieren in Kontakt kommen können, sollten sie besonders vorsichtig sein, um eine Infektion zu vermeiden, raten die Experten des Landkreises Osnabrück. Dazu sollten die Jäger beim Umgang mit dem erlegten oder verendeten Wild Einmalhandschuhe verwenden und staubdichte Atemmasken tragen. Wildbret sollte vor dem Verzehr vollständig durcherhitzt werden. Prö