Zum Inhalt springen

Drücken Sie Öffnen / Eingabe / Enter / Return um die Suche zu starten

Gute Zeiten für Landtechnik

Die 17. Agritechnica in Hannover ist eröffnet: Die Landmaschinenhersteller sind bei guter Laune. Warum? Landwirte in Mittel- und Osteuropa wollen wieder investieren und auch in Nordamerika steigt die Stimmung.

Schon am Sonntag herrschte reger Andrang an den Messehallen in Hannover. Foto: DLG-Pressestelle

Die 17. Agritechnica in Hannover ist eröffnet: Die Landmaschinenhersteller sind bei guter Laune. Denn Landwirte in Mittel- und Osteuropa wollen wieder investieren, und auch in Nordamerika steigt die Stimmung.

Zum 17. Mal hat am Sonntag die weltgrößte Landmaschinenmesse, die Agritechnica in Hannover, ihre Pforten geöffnet. Der Veranstalter Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), wie auch der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) stellen bei Landwirten und Industrie eine gute Stimmung fest. Die Geschäftsführer beider Verbände erwarten für 2018 eine zunehmende Investitionstätigkeit der Landwirte. Die Messe soll dafür die Grundlage bilden.

Mut zu Investitionen

Deutsche Landmaschinenhersteller verkaufen etwa 30 % ihrer Produkte im Inland. Für die Industrie ist deshalb ein Blick über die Grenzen überlebenswichtig. Aber auch für die Investitionsbereitschaft der deutschen Landwirte spielt die Situation auf den europäischen und weltweiten Agrarmärkten eine Rolle.

Auf der Eröffnungspressekonferenz erklärte DLG-Geschäftsführer Dr. Reinhard Grandke: „Das bis 2016 vorherrschende Stimmungstief ist überwunden.“ Sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen an die Geschäftsentwicklung werden von Landwirten derzeit positiv beurteilt. Demnach ist die verbesserte Lage auf den Märkten für Getreide, Milch und Schweinefleisch Grund für diesen Stimmungswandel. Dabei wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Denn aufgrund einer Rekordernte in der Schwarzmeerregion sowie derzeit nicht ausgeschöpften Produktionsreserven in der Milchviehhaltung, ist allenfalls von stabilen Preisen auf niedrigem Niveau auszugehen, stellte Grandke fest.

Zwar ist die digitale Landwirtschaft das bestimmende Thema auf der Agritechnica, von einer weitreichenden Vernetzung sind die meisten Landwirte jedoch noch weit entfernt, stellte Reinhard Grandke mit Bezug auf eine DLG-Umfrage in mehreren europäischen Ländern fest. Danach sind Apps wichtige Instrumente der Betriebsführung und Produktion.

Farm Managementsysteme als „Integratoren“ verschiedener Anwendungen hingegen nutzen insbesondere die Betriebsleiter in Russland, Frankreich und den Niederlanden. Deutschland, Polen und Großbritannien sind dabei noch nicht so weit.

Die Auftragsbücher sind voll

„Unsere Industrie kommt mit kräftigem Rückenwind nach Hannover“, sagte VDMA-Geschäftsführer Dr. Bernd Scherer auf der Eröffnungspressekonferenz. Nach drei Jahren der Rezession rechnet der Branchenverband der Landmaschinenhersteller im laufenden Geschäftsjahr mit einem Umsatzzuwachs um 6 % auf 7,6 Mrd. €. Für 2018 erwartet Scherer ein weiteres Produktionsplus von 4 %.

„Die europäischen Landmaschinenfabriken haben volle Auftragsbücher“, erklärte Scherer. Die Produktionskapazitäten sind hervorragend ausgelastet. Auftragseingänge und Auftragsbestände erreichen neue Höchststände. Im Durchschnitt entsprach der Auftragsbestand während des gesamten Jahres einer Produktionsdauer von annähernd drei Monaten – ein Spitzenwert, der zuletzt im Ausnahmejahr 2013 notiert wurde.

Besonders starke Konjunkturimpulse liefern momentan vor allem die Agrar-Schwergewichte Russland und Ukraine, die seit Herbst 2016 für Bestellungen sorgen. Auch in Nordamerika, das der hiesigen Landmaschinenindustrie über drei Jahre wenig Freude bereitet hat, macht sich allmählich wieder Optimismus breit. Handel und Hersteller gehen von steigenden Umsätzen aus. Wob

Anzeige