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Gute Rendite im Windpark Hollich

Die Lenker des Bürderwindparks Hollich sind mit ihrem Modell sehr zufrieden. Foto: Asbrand

Die letzten zehn Jahre im Modellwindpark in Steinfurt-Hollich sind gut gelaufen. „Wir haben das Vertrauen unserer Mitbürger in Steinfurt und Umgebung, die uns ihr Geld anvertraut haben, nicht enttäuscht“, sagt Geschäftsführer Gerhard Göckenjan.

Zusammen mit Jörg Tiemann leitet er die Geschäfte der Windpark Hollich GmbH & Co. KG. Seit Anfang 2000 hat der Bürgerwindpark rund 33 Mio. € investiert. Davon haben 215 Kommanditisten aus der Umgebung 6,6 Mio. € beigesteuert. Den Rest hat die GmbH & Co. KG mit zinsgünstigen Darlehen (KfW und ERP-Darlehen) finanziert.

Eckdaten des Windparks

Hier die wichtigsten Entwicklungen des in Folge 10/2002 vorgestellten Windparkmodells:

  • Die Stadt Steinfurt hat in der Bauerschaft Hollich eine Windzone von etwa 330 ha ausgewiesen. Dort hat die Windpark-GmbH & Co. KG in fünf Bauabschnitten 19 Windkraftanlagen (WKA) errichtet. Die GmbH hat acht Gesellschafter, davon vertritt eine Person den Landwirtschaftlichen Ortsverband (LOV) Burgsteinfurt.

  • Im Dezember 2001 sind die ersten sieben Enron-Maschinen, je 1,5 MW, ab Oktober 2002 vier GE-Anlagen, je 1,5 MW, ans Netz gegangen.

  • Zum Jahresende 2003, nach Anpassung des Flächennutzungsplanes, folgten sechs REpower-Anlagen mit je 1,5 MW.

  • Eine weitere REpower-Maschine, 2 MW, erzeugt seit Dezember 2007 Strom.

  • Im letzten Schritt, ab Februar/März 2011, wurden zwei alte WKA – 21 und 13 Jahre in Betrieb – durch eine weitere REpower-Anlage ersetzt. Die 2-MW-Maschine steht 300 m vom Hof Göckenjan. Die Errichtung hat etwa 2,6 Mio. € gekostet. Die WKA wird auf diesem Standort bis zu 4,5 Mio. kWh pro Jahr erzeugen (die zwei Altanlagen haben es im Schnitt nur auf etwa 700.000 kWh/Jahr gebracht).


Welche Erträge bringt der Windpark?

Welche Erfahrungen haben die Hollicher Windfreunde seit 2001 gesammelt? Und welche Erträge haben ihre Maschinen tatsächlich erzielt?
Zunächst einmal weisen Göckenjan und Tiemann auf Folgendes hin: "Wir haben in Hollich ein ausgeklügeltes Vergütungsmodell in Absprache mit dem LOV vereinbart." Durch die Weitervergütung zwischenzeitlich aus der behördlichen Vorrangzone gestrichener Flächen werden jetzt 400 ha entlohnt. Die Grundstücke gehören rund 70 Eigentümern. Sie erhalten im Schnitt eine Pacht von 350 bis 450 €/ha und Jahr.

Von Anfang an haben Göckenjan, Tiemann & Co. darauf geachtet, dass die „weichen Kosten“ beim Hollicher Windpark nicht aus dem Ruder laufen. Darunter versteht man Kosten, die bei der Planung und beim laufenden Betrieb eines Windparkes anfallen. Die Hollicher wickeln vieles in Eigenregie ab. Sie haben nicht nur ihren Windpark günstig geplant und gebaut (die Investitionskosten je kWh lagen bei etwa 0,60 €), auch die Kosten der laufenden Betriebsführung befinden sich am unteren Ende von dem, was andere Parkbetreiber in Rechnung stellen.

Alle diese Faktoren haben maßgeblich dazu beigetragen, dass der Hollicher Windpark in neun Betriebsjahren seinen Kommanditisten etwa 80 % ihres eingezahlten Kapitals bislang wieder ausgeschüttet hat. Das entspricht einer laufenden Verzinsung von etwa 9 %. Armin Asbrand

Den ausführlichen Bericht über den Windpark Hollich lesen Sie in Wochenblatt-Folge 17/2011 auf Seite 25.