Trockenheit und Dürre

Grünland zu Acker, Wald zu Grünland

Um auch in Trockenjahren ausreichend Futter zu produzieren, fordern Landwirte: Die Landesregierung soll das Verbot und Grünlandumbruchs regional lockern und den Umbau geschädigter Waldflächen in Grünland zulassen.

Bernd Eichert beschreibt das Dilemma: „Wir sind ein kleiner Bio-Betrieb, vermarkten unser Rindfleisch direkt hier in der Region. Aufgrund der vergangenen Trockenjahre haben wir zu wenig Futter und mussten Tiere verkaufen. Somit müssen wir unser Rindfleischangebot reduzieren, obwohl es gefragt und gewünscht ist.“ Der Nebenerwerbslandwirt aus Wenden-Bebbingen (Kreis Olpe) bewirtschaftet 23 ha Grünland sowie etwa 1 ha Ackerland und hält aktuell elf Mutterkühe der Rasse Limousin.

Grünland zu Acker

Um den Grünlandaufwuschs auch in den zunehmenden Trockenphasen zu sichern, hat er bereits Trockenheitstolerante Gräsersorten wie zum Beispiel Knaulgras nachgesät. Das helfe aber nur bedingt, da die Etablierung in einer bestehenden Grasnarbe sowie die Bestandsführung schwierig seien. Deshalb geht Eichert einen Schritt weiter: Er fordert eine Flexibilisierung des Grünlandumbruchverbots, das aktuell die Umwandlung von Grünland in Ackerland grundsätzlich untersagt. „Durch eine Lockerung könnten wir auf dem Ackerland Kleegras, Hafer oder Leguminosen anbauen. Diese Kulturen sind trockenresistenter, garantieren aber trotzdem eine vielfältige Fruchtfolge“, sagt er.

WLV-Hubertus Beringmeier weiß, dass Grünlandumbruch ein sensibles Thema ist, pflichtet ihm aber trotzdem bei: „Mit flexiblen Bewirtschaftungsformen lassen sich Trockenperioden besser überstehen und gleichzeitig Biodiversität sichern.“ Diese Forderung richtet sich an die Landesregierung und gelte vor allem Südwestfalen mit den hohen Grünlandanteilen, nicht zum Beispiel für das Münsterland.

Georg Jung, WLV-Geschäftsführer aus Olpe, unterstreicht das mit Zahlen: „Der Grünlandanteil in Olpe ist von 72 % im Jahr 1985 auf jetzt 88 % gestiegen. Wir haben quasi eine Monokultur Grünland.“ Er plädiert dafür, die Flächen, die ackerfähig sind, wieder als Ackerland zuzulassen und den Grünlandanteil auf das Niveau von 1985 zu reduzieren.

Wald zu Grünland

Michael Richard, Milchviehhalter aus Lennestadt-Petmecke und Vorsitzender des Kreisverbandes Olpe, schlägt zudem vor, geschädigte Waldflächen in landwirtschaftliche Fläche umzuwandeln: „Etliche Forstflächen fallen aufgrund von Kalamitäten wie Borkenkäfer und Stürmen langfristig weg. Die landwirtschaftliche Wiederbewirtschaftung wäre ökonomisch und ökologisch sehr sinnvoll.“ Im Vergleich zur Wiederaufforstung würden die Bewirtschafter direkt wieder Erträge einfahren und das neu angelegte Grünland biete einen großen CO2-Speicher.

Um das zu ermöglichen, muss die NRW-Landesregierung das Landesforstgesetz ändern. „Und genau das fordern wir von Düsseldorf“, macht Josef Schreiber, Bezirksverbandsvorsitzender von Südwestfalen, deutlich.

Bernd Eichert könnten diese Maßnahmen deutlich helfen. Denn er möchte seine Herde wieder auf bis zu 20 Mutterkühe aufstocken.


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