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Wissenschaftlicher Dienst der EU

Geht es auch ohne Pflanzenschutz?

Chemischer Pflanzenschutz ist immer wieder neu in der Diskussion. Wie realistisch ist es, auf den Einsatz in der Landwirtschaft zu verzichten? Der Wissenschaftliche Dienst des EU-Parlamentes hat dazu nun eine klare Antwort gegeben.

Pflanzenschutzmittel lassen sich mit neuen Technologien und robusteren Sorten einsparen, aber nicht vollständig ersetzen, sagen EU-Wissenschaftler.

Ein Verzicht auf Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft ist in der Europäischen Union derzeit unrealistisch. Zu diesem Schluss kommt ­eine Analyse, die der Wissenschaftliche Dienst des Europaparlaments (EPRS) kürzlich vorgelegt hat. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass eine Verminderung des Mittelaufwandes ohne oder mit tolerierbaren Ertragseinbußen machbar ist.

Wichtig sei in diesem Zu­sammenhang allerdings das finanzielle Risiko für die Landwirte. Am vielver­sprechen­dsten bezüglich der Ver­min­derung und einer nachhaltigeren Produktion ist der Analyse zufolge die Weiterentwicklung des integrierten Pflanzenschutzes. Dies beinhalte den Einsatz von neuen Technologien und „precision farming“ sowie von widerstandsfähigeren Sorten.

Öko-Landbau ist keine Alternative

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln habe zwar negative Auswirkungen auf die Biodiversität, allerdings seien die Folgen einer Landnutzungsänderung gravierender. Daher sei die Ausweitung des Öko-Landbaus keine Alternative. Denn einer marginal höheren Artenvielfalt auf lokalem Niveau stünde eine drastische globale Verringerung aufgrund des höheren Flächenbedarfs gegenüber, warnen die Wissenschaftler.

Weniger ­Potenzial bescheinigen sie in Bezug auf eine nachhaltigere Produktion auch agrar-ökologischen Ansätzen und Agroforstsystemen; trotzdem seien diese in spezifischen Situationen, etwa als Pufferzonen zu Schutzgebieten, sinnvoll.