Gegen Dürre versichern

Nach zwei Trockenjahren wünschen sich viele Landwirte eine Versicherung gegen Dürre. Unter welchen Kriterien sie greift, erläuterten Mitarbeiter der Vereinigten Hagel beim gemeinsamen Winterforum mit der Saaten-­Union in Nottuln-Appelhülsen.

Auch in diesem Jahr hat die Trockenheit ihre Spuren hinterlassen. Trotzdem bezeichnete Dr. Rainer Langner, Vorstandsvorsitzender der Vereinigten Hagel, das Jahr 2019 als Unterschadenjahr, denn die Schadensquote lag lediglich bei 62 %.

Erstmals seit einigen Jahren blieb die versicherte Fläche konstant. Dr. Langner dazu: „Viele Betriebe konnten im Spätsommer, Frühherbst 2018 den Raps nicht aus-säen, weil es viel zu trocken war. So fehlten allein in der Bezirksdirektion Münster 10.000 ha.“ In den großen Rapsanbaugebieten Deutschlands hat sich diese Problematik noch deutlicher gezeigt. Das Unternehmen konnte diese Flächen zwar über Mais und Getreide kompensieren, da Raps in der Prämie aber teurer ist, fehlen der Vereinigten Hagel in Deutschland etwa 6,7 Mio. € Prämie. Das Ausland konnte den Rückgang in Deutschland jedoch ausgleichen.

Beratung erwünscht

Landwirte möchten über Versicherungen gegen Dürre sowie zu Wetterstationen beraten werden. Diesen Eindruck hatten Mitarbeiter auf der Agritechnica gewonnen. Eine Entschädigung wäre von zwei Faktoren abhängig. Zum einen von der Bodenfeuchte (nachhaltigen Feldkapazität) eines vordefinierten Zeitraums, zum anderen von der Höhe der Kreisernteerträge. Dadurch würde nicht nur die aktuelle Niederschlagsmenge beurteilt, sondern auch ein möglicherweise bereits bestehendes Niederschlagsdefizit hinzugezogen.

Des Weiteren hat die Vereinigte Hagel in Kooperation mit Wetterexperte Jörg Kachelmann das neue Agrarwetterportal „meteosol“ gegründet. Das Ziel ist, ein flächendeckendes Netz an verlässlichen Wetterstationen aufzubauen.

Roggen für die Fütterung

Fenja Luhmann, Produktmanagerin der Saaten-Union für Hybridroggen, erklärte die Vorteile einer Fütterung mit Roggen.

  • Kosten sparen: „Roggen ist die effizienteste Getreideart, die bei limitiertem Nährstoff- und Wasserangebot die höchsten Erträge erzielt und den geringsten Anspruch an Pflanzenschutzaufwand stellt.“
  • Umwelt schonen: Mit Roggen ist eine N- und P-reduzierte Fütterung möglich.
  • Tierwohl steigern: Der Roggen hat eine deutlich höhere Fructane-Konzentration als andere Getreidearten. Fructane werden im Dickdarm zu Buttersäure abgebaut. Sie ernährt die Darmschleimhaut und verringert die Belastung von Salmonellen.

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