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Gänse werden vergast

Graugänse sorgen in den Niederlanden für Schäden. Auch am Niederrhein sind sie für Landwirte eine Plage. Foto: Stemmer

In den Niederlanden sind Gänse zu einer großen Plage geworden. Jetzt hat die Regierung die Erlaubnis erteilt, die Tiere ab dem 1. Juni im ganzen Land zu vergasen.

Die Regierung der Niederlande hat die Erlaubnis gegeben, ab 1. Juni im ganzen Land Gänse mit Kohlendioxid zu töten. Das berichtet das Jagdmagazin „Jagd und Hund“. Bisher war dies nur im 20-km-Radius um den Flughafen Schiphol erlaubt.

Die Regierung in den Niederlanden hatte zusammen mit Tierschutzorganisationen die Jagd auf Gänse drastisch eingeschränkt. Das Ergebnis ist eine Bestandszunahme im erheblichen Umfang. Millionen von Grau-, Nil- und Kanadagänsen sorgen in den Niederlanden für Schäden. Im landwirtschaftlichen Bereich werden die Schäden auf über 25 Mio. € pro Jahr geschätzt.

Nahe des Flughafen Schiphol sah man die Vergasung von Wildgänsen schon länger als die einzige Möglichkeit, die Sicherheit des Luftverkehrs zu gewährleisten. Hierfür musste eine Ausnahmeregelung von der Europäischen Kommission erteilt werden. Das Verbot der Europäischen Kommission, Kohlendioxid zum Töten von Gänsen zu verwenden, ist aufgehoben.

Jetzt sollen 400.000 Gänse vergast werden, um auf ein akzeptables Niveau zu kommen, schreibt die Fachzeitschrift. Eingefangen und getötet werden die Nichtbrüter, die wegen der Mauser flugunfähig sind und sich in Schwärmen aufhalten.

Ein Gänse-Experte aus der Region teilte auf Anfrage mit, dass die Sommergänse in den Niederladen zwar eine Jagdzeit haben, diese aber erst nach der „Hauptschadenszeit“ beginnt. Zu den Fraßschäden komme es im Frühjahr und im Sommer kurz vor der Ernte.

Die Vögel seien inzwischen so zahlreich, dass andere naturnahe Maßnahmen wie die Jagd oder das Anstechen und Schütteln von Eiern sich zeitnah kaum auf den Bestand auswirken, sondern erst in einigen Jahren, so der Experte, der allerdings diese Variante bevorzugt.

Abzuwarten sind nun die Reaktionen aus der Bevölkerung, insbesondere vom Tierschutz. Prö