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Fipronil: Wenn der Betrieb gesperrt ist

37.000 Eier von Freilandhennen fallen auf dem Betrieb van der Kamp in Nordhorn derzeit täglich an. Sie alle müssen entsorgt werden, weil sie mit Fipronil belastet sind.

Eine Entsorgungsfirma für die belasteten Eier zu finden, ist sehr schwierig. Foto: Waterloh



Weit mehr als 500.000 Eier haben sich in den vergangenen 14 Tagen bei Familie van der Kamp gesammelt. Sie alle müssen entsorgt werden, denn der Legehennenbetrieb aus Nordhorn ist im Zuge des Fipronil-Skandals seit dem 1. August gesperrt.

Anfang Mai vernebelte ein niederländisches Unternehmen in van der Kamps Stall das Milbenbekämpfungsmittel DEGA 16, das wie kürzlich bekannt wurde Fipronil enthält. Das Breitspektrum-Insektizid darf bei Lebensmittel liefernden Nutztieren nicht eingesetzt werden. Wie das Fipronil in das Produkt DEGA 16 gelangte, ist bislang unklar. Die Spur soll sich von Belgien bis nach Rumänien ziehen.

Vor gut zwei Wochen bekamen van der Kamps von ihrem Eierhändler die Mitteilung, das er vorerst keine Eier mehr abnimmt. Zu dem Zeitpunkt wurden in den Niederlanden die ersten Fälle von Fipronil-Belastung bei Eiern öffentlich.

Fipronil in den Eiern nachgewiesen

Auch eine Beprobung von Eiern wurde auf dem Betrieb in Nordhorn durchgeführt. Am 1. August erfolgte dann die amtliche Betriebssperrung und Probennahme durch Mitarbeiter des Veterinäramtes des Landkreises Bentheim. Hierbei ergaben sich Werte zwischen 0,021 und 0,051 mg/Fipronil/kg Ei.

Zum Vergleich:
Die Akute Referenzdosis (ARfD) beträgt 0,009 mg /kg Körpergewicht, demnach dürfte ein Erwachsener mit einem Körpergewicht von 65 kg etwa 11,5 kg Eier (200 Stück) mit einer Belastung von 0,051 mg Fipronil /kg Ei verzehren, ohne dass die ARfD überschritten würde.

Wie geht es weiter?

Für Familie van der Kamp ist es unklar, wie es nun weitergeht. Zum einen müssen die bislang angefallenen Eiern sowie die 37.000 Eier, die weiterhin pro Tag von den Freilandhennen gelegt werden, entsorgt werden. Dies darf nur in einer Tierkörperbeseitigungsanstalt erfolgen, wo die Eier aufgrund ihrer Konsistenz jedoch die Verarbeitung erschweren können. Entsprechend mussten die Landwirte bereits viel telefonieren und hoffen nun, einen Unternehmer gefunden zu haben, der die Eier abnimmt.

Da der Eierhändler signalisiert hat, dass die Eier der aktuellen Herde auch in Zukunft nicht zu vermarkten sein werden, tut sich ein weiteres Problem auf. Wahrscheinlich müssen alle Hennen in Kürze getötet und entsorgt werden. Das Veterinäramt hat bereits eine Zustimmung signalisiert. Das bedeutet einen kompletten Neuanfang für die Legehennenhalter, die auf einen Schadenausgleich durch die Ertragsausfallversicherung hoffen. bw

Den vollständigen Bericht lesen Sie in Wochenblatt Ausgabe 32/17.

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