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Ferkel: Tierschützer gegen "Vierten Weg"

Tierschutzverbände machen mobil gegen die Lokalanästhesie als eine Option der Ferkelkastration. In einer gemeinsamen Erklärung sprachen sich jetzt mehrere Organisationen gegen den sogenannten „vierten Weg“ aus.

Mehrere Tierschutzverbände haben gemeinsam ein Schreiben aufgesetzt, in dem sie sich gegen den "Vierten Weg" bei der Ferkelkastration aussprechen. (Foto: Weidemann)

Tierschutzverbände machen mobil gegen die Lokalanästhesie als eine Option der Ferkelkastration. In einer gemeinsamen Erklärung sprachen sich jetzt der Deutsche Tierschutzbund, Provieh, Vier Pfoten, die Albert-Schweitzer-Stiftung für unsere Mitwelt, der Bundesverband Tierschutz und der Bund gegen Missbrauch der Tiere gegen den sogenannten „vierten Weg“ aus.

Die örtliche Betäubung sei keine Lösung im Sinne der Tiere, heißt es in einer gemeinsamen Verlautbarung. „Wenn ein grausames Verfahren wie die betäubungslose Kastration der Ferkel endlich abgeschafft wird, darf dieses nicht durch eine andere schmerzhafte Prozedur ersetzt werden“, argumentieren die Organisationen. Der jetzt angepeilte vierte Weg gehe erneut auf Kosten der Tiere. Ziel müsse es jedoch sein, möglichst ohne Eingriffe am Tier auszukommen.

Ziel: Ohne Eingriffe am Tier auskommen

Die Tierschützer verweisen auf das Risiko, dass bei der Kastration unter örtlicher Betäubung ohne Tierarzt das Medikament falsch injiziert werde. Eine Fehlinjektion verursache dem Tier nicht nur erhebliche Schmerzen, sondern könne womöglich tödliche Folgen haben.

Ohnehin seien Stress und Belastung für die Tiere durch die Fixierung und mehrfachen Injektionen mit den Wirkstoffen Procain oder Lidocain hoch.

Lidocain zu schmerzvoll, Procain nicht wirkungsvoll genug

Allerdings sei auch eine richtig gesetzte Injektion der Lokalanästhetika in Hoden oder Samenstrang sehr schmerzhaft, zumal das Medikament Lidocain das Gewebe reize, heißt es in der Erklärung. Zudem schalte Procain als der einzige derzeit für Schweine zugelassene Wirkstoff zur lokalen Betäubung den Schmerz nicht immer ausreichend aus. Dann bliebe sogar die Kastration selbst ein schmerzhafter Eingriff. Die Injektionsnarkose sei nur bei älteren Ferkeln eine Alternative, sofern sie der Tierarzt vornehme. AgE