Alternativen zur Ferkelkastration

„Ferkel-Kino“ in Büren

Eine außergewöhnliche Veranstaltung in unruhigen Zeiten war der Bürener Schweinetag am 3. Juni. Dort wurde darüber diskutiert, wie die Landwirte von 2021 an mit ihren männlichen Ferkel umgehen sollen.

Auf jeden Fall werden die Teilnehmer den diesjährigen Bürener Schweinetages wohl so schnell nicht vergessen. So etwas erlebt man schließlich nicht alle Tage: Am Mittwoch vergangener Woche trafen sich rund 220 Schweinehalter, Tierärzte und Berater zu einer Fachtagung auf dem derzeit aus Corona-Gründen pausierenden Paderborner Flughafen, um über die künftige Ausrichtung der Ferkelerzeugung zu diskutieren.

Konkret ging es darum, welche Alternativen den heimischen Schweinehaltern offen stehen, wenn die betäubungslose Kastration unter Schmerzmitteleinsatz vom 1. Januar 2021 an endgültig nicht mehr erlaubt ist.Weil die Corona-Hygienevorschriften derzeit keine Fachtagungen nach herkömmlichem Schema erlauben, hatten sich Ralf Stuhldreier, Dr. Christoph Sudendey und Dr. Jörg Vonnahme von der Tierärztlichen Gemeinschaftspraxis Büren etwas einfallen lassen und ihre Kunden und Gäste ins Autokino auf den Flughafen eingeladen.

Dort, wo sonst die Urlauber ihre Fahrzeuge parken, wenn sie auf Mallorca weilen, saßen diesmal die Landwirte in ihren Autos und lauschten den Referenten. Die Vorträge wurden auf einer großer Leinwand gezeigt und über eine spezielle Radiofrequenz in jedes teilnehmende Fahrzeug übertragen. Applaus gab es mittels Hupe bzw. Lichthupe und die Diskussionsfragen konnten via WhatsApp-Nachricht an Ralf Stuhldreier gestellt werden, der sie dann an die Referenten weiterreichte. So war auch in diesem ungewöhnlichen Format eine Diskussion möglich.

Selbstverständlich galt auf dem gesamten Gelände Maskenpflicht und Mindestabstand. Die Abläufe waren strikt vorgegeben. In Corona-Zeiten ist eben alles anders!

Die Fachvorträge im Bürener „Ferkel-­Kino“ drehten sich indessen um die künftig noch erlaubten Möglichkeiten der Ferkelbehandlung "Kastration unter Narkose", "Immunokastration" oder "Ebermast". Alle diese Varianten habe ihren spezifischen Vor- und Nachteile, können aber betriebsindividuell die passende Lösung sein, wie an der Bürener Praxisbeispielen deutlich wurde. Den einen richtigen „Königsweg“ gibt es offensichtlich nicht. Vielmehr müssen alle Alternativen weiterentwickelt werden, um den heimischen Schweinehaltern Zukunftsperspektiven zu bieten.

Mehr dazu lesen Sie in der Wochenblatt-Ausgabe 24 am 12. Juni.


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