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Erstmals Rückgang der Fleischproduktion

Kommt jetzt die Trendwende in Deutschland: Erstmals seit vier Jahren wurde weniger Fleisch erzeugt. (Foto: B. Lütke Hockenbeck)

07.08.2017 . Zum ersten Mal seit vier Jahren wurde weniger Fleisch produziert. Das berichtete das Statistische Bundesamt. Eine Trendwende am deutschen Fleischmarkt?

Die gewerblichen Schlachtbetriebe in Deutschland haben im ersten Halbjahr 2017 rund 4,0 Mio. t Fleisch produziert. Das waren 85 900 t oder 2,1 % weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Damit zeichnet sich eine Trendwende am deutschen Fleischmarkt ab, denn in den vergangenen vier Jahren war die Erzeugung stetig gestiegen und hatte 2016 mit 8,25 Mio. t ein Rekordniveau erreicht. Wie aus den heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten vorläufigen Schlachtdaten hervorgeht, waren bei allen Fleischarten Produktionsrückgänge zu verzeichnen.

Weniger Schweine aus dem In- und Ausland

Nach Angaben der Statistiker wurden von Januar bis Juni knapp 28,65 Millionen Schweine gewerblich zerlegt; gegenüber der ersten Jahreshälfte 2016 waren das 701 400 Tiere oder 2,4 % weniger.

Dabei verringerte sich das Angebot an ausländischen Schlachttieren um 337 300 Stück oder 14,3 %, dasjenige aus heimischen Ställen um 364 200 Schweine oder 1,4 %. Bei nur wenig veränderten Schlachtgewichten ging die Schweinefleischerzeugung um 2,2 % auf 2,70 Mio t zurück.

Weniger Rindfleisch

Die gewerbliche Rindfleischerzeugung in Deutschland fiel im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016 mit 543 300 t um 2,2 % geringer aus. Maßgeblich dafür war das kleinere Schlachtkuhangebot, das laut Statistikamt um 42 200 Tiere oder 6,6 % unter dem Vorjahresniveau lag.

Aufgrund der Milchpreiskrise waren im vergangenen Jahr ungewöhnlich viele Kühe ins Schlachthaus geliefert worden. Bei den Jungbullen verringerte sich das Schlachtaufkommen binnen Jahresfrist um 1,0 % oder 6 100 Tiere; die dazugehörige Fleischerzeugung blieb mit knapp 250 000 t auf dem Vorjahresniveau stabil. Gleiches galt für die Produktion von Kalb- und Färsenfleisch.

Nur die Produktion von Hähnchenfleisch steigt

Auch die lange Jahre expandiere Geflügelfleischerzeugung in Deutschland fiel im ersten Halbjahr 2017 geringer als im Vorjahreszeitraum aus; sie nahm insgesamt um 1,5 % auf 746 500 t ab. Dabei verzeichnete die Produktion von Hähnchenfleisch ein moderates Plus von 0,2 % auf 478 600 t. Die Erzeugung von Putenfleisch ging dagegen um 3,1 % auf 230 600 t zurück.

Zudem war die gewerbliche Produktion von Schaf- und Lammfleisch im Betrachtungszeitraum um 3,3 % auf rund 9 900 t rückläufig. AgE

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