Waldschutz

Erneute „Raupenprozession“

Dicht behaart zählt der Eichenprozessionsspinner zu den gefährlichsten Raupen hierzulande. Allerdings sind die Spinnerraupen besonders für den Menschen riskant, statt für den Wald.

Auch in diesem Jahr treten Eichenprozessionsspinner (EPS) regional wieder massenweise auf. Zwar sind die Raupen als Forstschädlinge weniger bedenklich, jedoch können die feinen Haare der Spinnerraupen bei Waldbesuchern zu Atemwegsproblemen und allergischen Reaktionen führen.

Fraß schädigt Bäume kaum

Der Eichenprozessionsspinner befällt hauptsächlich Eichen, in seltenen Fällen auch Hainbuchen. Die Raupen ernähren sich von den Blättern der Bäume. Dabei bevorzugt der EPS Waldränder und „Solitäre“, zum Beispiel auf Höfen oder in Parks. Der Fraß ist für die Gehölze kaum schädlich.

Die Art der Fortbewegung hat dem Eichenprozessionsspinner seinen Namen gegeben. (Bildquelle: conserver-AdobeStock.com)

Juckreiz und Pusteln

Eine ausgewachsene Raupe verfügt über mehr als 600 000 Brennhaare, die sie bei Gefahr wie Giftpfeile abschießen kann. Zudem kann der Wind die winzigen Haare über weite Entfernungen forttragen.

Bei Berührung reagiert die Haut des Menschen zunächst mit Juckreiz und roten Pusteln. Grund ist das Gift Thaumetopoein, das die Gifthaare freisetzen. Allerdings können auch Atemwegsprobleme und allergische Reaktionen auftreten.

Keine Bekämpfungspflicht

Der EPS ist eine waldtypische Gefahr, weshalb für den Waldbesitzer keine Bekämpfungspflicht besteht. Allerdings raten Experten das Vorkommen des Eichenprozessionsspinners umgehend dem Ordnungsamt zu melden. Das gilt besonders für den Befall in bebauten Gebieten, Parks oder in der Nähe von Schulen und Kindergärten.

Das Ordnungsamt beauftragt anschließend Spezialfirmen, die mit entsprechendem Gerät und Schutzkleidung die Spinnerraupen und Gespinstnester entfernen. In öffentlichen Bereichen kommen die Städte und Gemeinden für die Kosten auf. Keinesfalls sollten Grundstückseigentümer selbst tätig werden und versuchen die Gespinste zu beseitigen. Das Gesundheitsrisiko ist nicht zu unterschätzen.


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