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Endspurt fürs Tierwohl

Noch knapp drei Wochen, dann läuft die Antragsfrist für die zweite Runde der Initiative Tierwohl aus. Wer mitmachen will, sollte jetzt Gas geben.

Raufutter wird auch in der nächsten Runde der Initiative Tierwohl gefördert. Foto: Brosthaus



Wir haben mit Tobias Horn, Geschäftsführer des norddeutschen Bündlers IQ-Agrar, über das Interesse der Landwirte an der Initiative Tierwohl gesprochen.

Wochenblatt: Bis zum 26. September müssen sich Schweinehalter für die nächste Runde der Initiative Tierwohl anmelden. Gibt es einen Run auf die Plätze wie im Jahr 2015?

Horn: Bislang hält sich der Andrang in Grenzen. Bei IQ-Agrar sind rund 300 Anträge aufgelaufen – noch nicht allzu viel angesichts der knapp 2000 Anträge, die wir vor zweieinhalb Jahren hatten. Doch damals sind wir an den letzten Tagen des Anmeldezeitraums von einer wahren Antragsflut überschwemmt worden. Wir hoffen, dass sich das diesmal besser verteilt. Wichtig ist, dass interessierte Landwirte die Anmeldefrist nicht verpassen.

Wochenblatt: Nachdem das Programm in der ersten Runde völlig überzeichnet war, sollen die Mittel diesmal für etwa 4500 Schweinebetriebe reichen. Dazu wurden die Wahlmöglichkeiten, die Vergütungssätze einzelner Kriterien sowie der maximal mögliche Bonus reduziert. Glauben Sie, dass alle Plätze besetzt werden?

Horn: Ich gehe davon aus, dass ein Großteil der norddeutschen Betriebe, die sich für die erste Runde angemeldet hatten, auch unter den veränderten Bedingungen weitermacht. Von unseren jetzigen 300 Anmeldungen sind 280 „alte Hasen“.

Anders sieht es wohl in Süddeutschland aus. Dort hatten sich viele Betriebe bei den Basiskriterien für Raufutter entschieden, während bei uns 10 % mehr Platz der Favorit war. In der neuen Runde gibt es bei den Basiskriterien keine Wahl, sondern 10 % mehr Platz wird für alle Pflicht. Deshalb rechne ich mit einer geringeren Teilnahme in Süddeutschland.

Wochenblatt: Betriebe, die bislang schon mitmachen, können das Abschlussaudit der jetzigen Runde und das Startaudit der nächsten zusammenlegen, um Kosten und Zeit zu sparen. Worauf müssen sie dabei achten?

Gebühren Kombiaudit
Die Gebühren für das Kombiaudit legen die Zertifizierungsunternehmen fest, die Bündler schreiben die Rechnung. Bei IQ Agrar fällt Tobias Horn zufolge keine zusätzliche Bearbeitungspauschale an. Ein zweistündiges Audit kostet 350 € netto. Darin enthalten ist pauschal auch ein Vor- und Nach- bearbeitungsaufwand von ca. 0,5 Stunden. Ist der Zeit- aufwand bei einem Betrieb höher, kommen 50 € für jede weitere halbe Stunde dazu.

Horn: Beim Kombiaudit müssen beide Kriterien eingehalten werden – die bislang gewählten und die neuen. Sprich: Wer bisher nur auf Raufutter setzt, aber demnächst den Schweinen 10 % mehr Platz gibt, muss beim Kombiaudit beides erfüllen.

Wochenblatt: Bedeutet das, dass schon bei der nächsten Einstallung der Bestand reduziert werden muss?

Horn: Das hängt davon ab, wann der alte Vertrag ausläuft. Das Abschlussaudit kann frühestens zwei Monate vor Vertragsende stattfinden. Wer also im Mai 2015 gestartet ist, kann ab März 2018 auditiert werden. Wenn er keine halbfertigen Mastschweine oder Ferkel verkaufen kann, muss er schon bei diesen Gruppen weniger Tiere einstallen.

Der gleitende Übergang von der ersten zur zweiten Runde ist aber keine Pflicht. Man kann selbstverständlich auch erst zu einem späteren Zeitpunkt, spätestens bis zum 31. Oktober 2018, in die neue Laufzeit einsteigen. sb

Gut zu wissen: Auch in der Programmphase 2018-2020 werden die unangemeldeten Bestandschecks von der Initiative Tierwohl finanziert, auf die Tierhalter kommen hierfür keine Kosten zu.

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