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Landwirtschaft 4.0

DLG: Bauern müssen Datenhoheit behalten

Bei "Landwirtschaft 4.0" steckt der Teufel im Detail: Wem gehören betriebliche Daten? Dem Landwirt, dem Landtechnik-Hersteller oder dem EDV-Anbieter? Wer ist für Sicherheit und Kontrolle verantwortlich? Die DLG hat versucht, eine Antwort zu geben.

Kaum sind betriebliche Daten ermittelt, sind sie schon wieder weg – aber wohin? Wer kann sie nutzen? Dürfen Dritte unbefugt in die "Cloud"?

Landwirte müssen über ihre betrieblichen Daten verfügen können und vor unautorisierter Weitergabe, Verarbeitung und Auswertung geschützt werden. Das fordert die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) in einem Positionspapier zur digitalen Landwirtschaft. Die Bauern sollen demnach auch für die Sicherheit der Daten verantwortlich sein und zugleich Autorisierung, Kontrolle und Transparenz sicherstellen.

Die DLG verlangt außerdem, die Infrastruktur für die mobile Telekommunikation sowie den Schutz und die Sicherheit der Daten auszubauen. Geschäftsdaten seien „wie in anderen Branchen auch“ zunächst Betriebsgeheimnisse, daher müsse der gesetzliche Datenschutz auch auf Betriebs-, Maschinen und Geschäftsdaten ausgedehnt werden.

Kostenfreie Verbreitung

Das Positionspapier enthält als weitere Forderung, die unkontrollierte Weitergabe von Daten zu verhindern. Die Landwirte müssten von Geschäften mit ihren Daten profitieren können und die Entstehung von Monopolen verhindert werden. Zugleich sei bei der Analyse von „Big-Data“ Transparenz zu schaffen und für eine kostenfreie Verbreitung von öffentlichen und behördlichen Daten zu sorgen.

Nach den Vorstellungen der DLG sollte die Digitalisierung zudem genutzt werden, um Landwirtschaft und Verbraucher näher zusammenzubringen. Außerdem müssten digitale Technologien und ihre Anwendung feste Bestandteile der Ausbildung sein. Eine erfolgreiche Digitalisierung setze Qualifikation voraus, denn nur mit gut ausgebildeten Mitarbeitern könnten sich die landwirtschaftlichen Betriebe behaupten.

Boden, Kapital, Daten

DLG-Präsident Carl-Albrecht Bartmer unterstrich die Bedeutung der Digitalisierung. Daten seien zu einem Produktionsfaktor geworden, der künftig genauso wichtig wie Boden oder Kapital werden könnte. Er sei überzeugt, dass die Digitalisierung der gesamten Agrarbranche viele nützliche Möglichkeiten eröffnen werde.