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Umgang mit dem Wolf

Jagdverband fordert wolfsfreie Zonen

Mit der steigenden Wolfspopulation nimmt auch die Anzahl der Nutztierrisse zu. Der Deutsche Jagdverband (DJV) will dieser Entwicklung mit Wolfsschutzgebieten und Wolfsausschlussgebieten Herr werden.

Die Wolfspopulation wächst: Auf mehr als 1.000 Tiere schätzt der DJV die derzeitige Zahl der Wölfe in Deutschland.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat zum heutigen „Tag des Wolfes“ seine Forderung nach einer Einführung von „Wolfsausschlussgebieten“ bekräftigt. Hintergrund sind deutlich steigende Nutztierrisse durch Wölfe. Laut DJV sind 2017 bundesweit gut 470 Angriffe auf Nutztiere registriert worden - 55% mehr als im Vorjahr. Mehr als 1.660 Schafe, Ziegen, Pferde und Rinder seien gestorben.

Wachsende Population

Der DJV führt die deutlich gestiegenen Nutztierrisse auf eine stark wachsenden Population des Wolfes zurück. Auf mehr als 1.000 Tiere schätzt der Verband die derzeitige Zahl der Wölfe in Deutschland. Bei einer offiziellen Vermehrungsrate von 36% jährlich dürfte sich dieser Bestand in weniger als drei Jahren verdoppeln.

Wolfsschutz- und Wolfausschlussgebiete

In Reaktion auf die steigenden Wolfszahlen legte der Deutsche Jagdverband gemeinsam mit anderen Verbänden des Aktionsbündnisses Forum Natur eine wildökologische Raumplanung vor. Demnach soll es künftig „Wolfsschutzgebiete“ geben, in denen sich der Wolf ungestört ausbreiten kann. Dafür will man beispielsweise große Truppenübungsplätze oder Naturschutzgebiete nutzen.

Nach den Vorstellungen des DJV und der im Aktionsbündnis organisierten Verbände soll es aber auch „Wolfsausschlussgebiete“ geben, in denen Rudel nicht geduldet werden. Als besonders schutzbedürftig werden in dieser Hinsicht alpine Regionen, Deiche sowie urbane Gegenden angesehen. Jedes Bundesland soll zudem einen „Akzeptanzbestand“ definieren und diesen nicht zuletzt mit Hilfe von Schutzjagden nach skandinavischem und französischem Vorbild einhalten.

Existenzrecht ja, aber ...

Laut DJV-Präsidiumsmitglied Helmut Dammann-Tamke unterstreicht dies die Notwendigkeit einer gesamtgesellschaftlichen Debatte über eine Bestandsobergrenze. Der Wolf hat auch nach seiner Überzeugung in Deutschland ein Existenzrecht. Die Einstellung „Willkommen Wolf“ allein reiche in diesem Zusammenhang aber schon lange nicht mehr, so Damman-Tamke. Für ihn stellt sich vielmehr inzwischen die Frage, wie viele Wölfe Deutschland vertrage.

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