Corona: Sprunghafter Anstieg bei Tönnies

Die Neuinfektionen im Kreis Gütersloh sind um 29 Fälle gestiegen - davon entfallen 27 auf den Schlachtbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück.

Die Zahl der positiven Coronafälle hat sich im Kreis Gütersloh am Mittwoch, 10. Juni, um 29 im Vergleich zum Vortag erhöht. 27 der 29 Neuinfizierten sind für Werkvertragsnehmer der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück beschäftigt, wie der Kreis Gütersloh mitgeteilt hat.

„Mit dem Wegfall der Quarantäneverpflichtung hat die Fluktuation im Bereich der Personen zugenommen, die in den Schlachtbetrieben tätig sind“, so Thomas Kuhlbusch, Leiter des Krisenstabes und Ordnungsdezernent im Kreis Gütersloh. Das Risiko, Infektionen in die Betriebe zu tragen sei dementsprechend gestiegen.

Ende der Quarantänepflicht

Am 15. Mai wurde die Corona-Einreiseverordnung geändert. Vorher galt für neu oder wieder aus EU-Mitgliedsstaaten nach Deutschland eingereiste Personen noch eine 14-tägige Quarantäne. Diese Quarantäneverpflichtung ist mit Änderung der Corona-Einreiseverordnung entfallen.

Den aktuellen Anstieg der Neuinfektionen sieht Kuhlbusch vor diesem Hintergrund mit Sorge. „Es ist sehr wichtig, dass die Firma Tönnies ihre Verantwortung als Arbeitgeber und Auftragnehmer durch eigene Testungen in besonderer Art und Weise ernst nimmt. Sie informiert uns aktuell zeitnah über die geplanten eigenen Screenings, deren Anlass und die getesteten Personengruppen. Die unverzügliche Unterbrechung neuer Infektionsketten hat für uns erste Priorität!“

Tönnies will Hygienemaßnahmen weiter ausbauen

Tönnies selbst hat Medienberichte zufolge unterdessen auf den sprunghaften Anstieg von Corona Infizierten unter den Mitarbeitern reagiert und will seine Hygienemaßnahmen ausbauen. Lüftungsanlagen und UV-Lampen mit antibakterieller Wirkung sollen helfen, die Ausbreitung zu stoppen. Alle 27 Infizierten sollen in einer Abteilung arbeiten. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben alle Hygienemaßnahmen wie Mundschutz und Abstandsregelungen eingehalten und vermutet den Infektionsherd deshalb außerhalb.

Zum Hintergrund
Nach Corona-Infizierten unter den Beschäftigten der NRW-Schlachtunternehmen - vor allem im Coesfelder Westfleisch Betrieb - wurden 17.500 Beschäftigte von Schlachtunternehmen in NRW auf das Corona-Virus untersucht. 98% der Befunde fielen negativ aus.

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