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Burnout: Bauern in der Krise

Hohe Arbeitsbelastung, wirtschaftlicher Druck, fehlende Wertschätzung – immer mehr Bauern leiden unter psychischen Erkrankungen. Der Agrartag in Baden-Württemberg schlägt Alarm: 17 % der Bauern, die sich krankmelden, leiden an Depression oder Burn-Out.

Jeder sechste Landwirt, der sich krankmeldet, leidet an Burnout oder Depression. Foto: B. Lütke Hockenbeck

Hohe Arbeitsbelastung, wirtschaftlicher Druck, fehlende Wertschätzung – immer mehr Bauern leiden unter psychischen Erkrankungen. Der Agrartag in Baden-Württemberg schlägt Alarm: 17 % der Bauern, die sich krankmelden, leiden an Depression oder Burn-Out.

Immer mehr Landwirte in Deutschland leiden aufgrund hoher Arbeitsbelastung, wirtschaftlichem Druck, sinkenden Preisen oder fehlender Wertschätzung unter psychischen Erkrankungen. Burn-out, Depressionen und andere Erkrankungen der Psyche seien mittlerweile die zweithäufigste Ursache für Erwerbsminderungen bei Landwirten, berichtete der Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes (BWGV), Dr. Roman Glaser, beim Agrartag der Volks- und Raiffeisenbanken in Oedheim im Landkreis Heilbronn. Demnach leiden 17 % aller Landwirte, die sich krank melden, an einer Depression oder einem Burn-out.

Mehr Wertschätzung, bessere Planung

Der BWGV-Präsident merkte an, dass „Landwirte ihren Beruf lieben und keine geregelte 40-Stunden-Woche kennen“. Gleichzeitig werde das Umfeld immer herausfordernder. Die Betriebe würden größer, die Nachfolge müsse geregelt werden und die bürokratischen Anforderungen würden stetig erhöht. Zudem seien die globalen Agrarmärkte geprägt von Unsicherheit sowie niedrigen und stark schwankenden Preisen. Darüber hinaus sehe sich die moderne Landwirtschaft immer häufiger öffentlicher Kritik ausgesetzt. Diese Situation könne dazu führen, so Glaser, dass die Landwirte an die Grenze der Belastbarkeit und darüber hinausgingen.

Die Psychologin Maike Aselmeier riet, für mehr Wertschätzung innerhalb des Betriebs zu sorgen und einen Rhythmus von Arbeits- und Freizeit einzuhalten. Die Sozialpädagogin Helma Ostermayer hob die Wichtigkeit eines guten Zeitmanagements hervor, bei dem es auch auf die richtige Priorisierung der Aufgaben ankomme. AgE

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