Mitgliederversammlung des Bundesverbands der Kälbermäster

Bundesverband der Kälbermäster: "Besser von hier!"

Die deutschen Kälbermäster starten eine Vermarktungsoffensive mit dem Slogan "Besser von hier!". Sie wollen das heimische Kalbfleisch besser im umkämpften Markt bewerben.

Die deutschen Kälbermäster wollen ihr Kalbfleisch aus heimischer Erzeugung mit einer neuen Vermarktungsoffensive stärker bewerben und stark umkämpfte Marktanteile zurückgewinnen. Das war die Botschaft des Bundesverbands für Kälbermäster (BDK) bei der Mitgliederversammlung in Saerbeck, Kreis Steinfurt. "Jeder Kunde soll wissen, ob das Kalbfleisch aus Deutschland kommt", sagte der BDK-Vorsitzende Michael Beneke. "Besser von hier!" soll das Motto einer neuen Kampagne sein, die die Vorzüge des deutschen Kalbfleisch betonen soll.

Zu Beginn diesen Jahres sind die Kälbermäster eine zusätzliche Selbstverpflichtung eingegangen. "Sie schreibt für alle Neu- und Umbauten den Einbau von Gummimatten als weiche Unterlage vor", so Beneke.

Premiumprodukt Kalbfleisch

Theresa Averbeck vom BDK, stellte aktuelle Zahlen der Kontrollgemeinschaft Deutsches Kalbfleisch (KDK) vor. Aktuell gibt es rund 340 Stallstandorte und 269.180 ausgestellte Zertifikate. Im vergangenen Jahr wurden 321.965 Kälber geschlachtet, das sind rund 47.818 t. "Die Kälber hatten 148 kg Schlachtgewicht", erklärte Averbeck. Die Firmen Bahlmann, Brüninghoff und Westfleisch sind mit dem KDK-Zertifikat ausgezeichnete Schlacht- und Zerlegerbetriebe. Ihr Anteil an der deutschen Kalbfleischverarbeitung liegt bei knapp 85 %. Diese Kälber stammen ausschließlich von deutschen Milchviehbetrieben.

Kalbfleisch ist ein Premiumprodukt und muss auch als solches verkauft werden. Der Kunde soll das Gefühl haben, etwas besonderes zu essen. "Im Inland haben wir einen Marktanteil von knapp 50 %. Die andere Hälfte liefern aber die niederländischen Kalbfleischerzeuger", erklärte Markus Damman, Vorsitzender der KDK. "Kälber der KDK werden in Deutschland geboren, aufgezogen, gemästet, geschlachtet und zerlegt. Mit fünf Mal "D" schaffen wir die Grundlage für eine lückenlose Rückverfolgbarkeit und Vertrauen in die heimische Erzeugung", erklärte Dr. Bernhard Schlindwein, Geschäftsführer der KDK.

Spannungsfeld Fleisch

Heribert Qualbrink, Einkaufsleiter bei Westfleisch, vermittelte den Zuhörern, dass Kunden als erstes Produkte kaufen, die sie "lecker" finden, dann folgen Kriterien wie Verfügbarkeit und Preis. "Das ist bei allen Lebensmitteln gleich. Aber bei Fleisch will der Verbraucher eine Zusatzinformation haben: Den Tieren soll es gut gegangen sein", so Qualbrink. Fleisch müsse eine Antwort mehr mitbringen und zwar zur Tierhaltung.

Label bei Fleischprodukten sind eine Herausforderung. Rund 30 bis 40 % des Fleisches gehen in die Verarbeitung, Gastronomie oder Industrie, weitere 20 bis 40 % in den Export. Nur ungefähr 25 % gehen in den Lebensmitteleinzelhandel. "Ein Viertel der Ware trägt nur ein Label und muss 100 % der Labelkosten tragen", machte Qualbrink die Problematik deutlich. Er lobte aber den KDK: "Der KDK ist bereits ein Label bei Kalbfleisch."


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