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Brotbaum mit Zukunft?

Die Fichte, "Baum des Jahres 2017", ist im Privatwaldes in NRW wirtschaftlich bedeutend. In Schmallenberg gab es nun Interessantes über die Baumart zu erfahren, die eine lange Anbautradition aufweist.

Die Zielstärkennutzung schafft strukturreiche Wälder, sodass sich auch im Klimawandel mit der Fichte wirtschaften lässt. Foto: Schlotmann

Baum des Jahres 2017 ist die Fichte. Sie ist das wirtschaftlich bedeutendste Gehölz des nordrhein-westfälischen Privatwaldes und kann auf eine lange Anbautradition zurückblicken. Jedoch ist ihre Zukunft ungewiss.

Die Fichte ist der Brotbaum der heimischen Forstwirtschaft und in vielen Regionen landschaftsprägend. Das gilt vor allem für das Sauer- und Siegerland. Wie es zum Siegeszug der Fichte kam, wie Waldbauern der Baumart hinsichtlich des Klimawandels „unter die Arme greifen“ können und was das Nadelgehölz für eine ökologische Bedeutung hat, diskutierten Förster am Mittwoch vergangener Woche in Schmallenberg (Hochsauerlandkreis).

Zielsortiment: Sägeholz

Die gute Verwendbarkeit der Fichte als Bauholz ist bekannt und geschätzt. Bis in die 1960er Jahre bauten die Waldbauern die Baumart wegen ihrer vergleichsweise hohen Massenleistung an – vor allem in Reinbeständen. Mit den häufigeren und stärkeren Stürmen und den Windwürfen zu Beginn der 1990er Jahre fand ein Umdenken statt: Nach Durchforstungen ist die Durchmesserspreitung und die Baumartenmischung verbessert worden.

Außerdem legt die Forstwirtschaft ein höheres Augenmerk auf Baumartenmischung. „Ein Mischbestand aus 40 % Buche und 60 % Fichte erzielt größere Erträge als ein Fichtenreinbestand“, sagte der Forstwissenschaftler Dr. Bertram Leder vom Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald.

Stärker verankert

Der Gewinn an Stabilität und Risikostreuung sei ausgesprochen hoch, äußerte Leder. Unterschiedliche Wurzelsysteme und Kronenformen verbessern die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen, sorgen für eine stärkere Verankerung im Boden und ermöglichen ein stabileres Stützgefüge gegen Sturm. Das ist dringend nötig, denn das Holz der Fichte wird vom Markt weiterhin stark nachgefragt. Kevin Schlotmann

Ein ausführlicherer Bericht – unter anderem auch über die wenig bekannte ökologischen Seite der Fichte – erscheint in der kommenden Ausgabe des Wochenblattes für Landwirtschaft und Landleben, Fogle 37, vom 14. September 2017.

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