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Borns Ausblick vom Altenteil

Helmut Born: "Die Bauern dürfen sich nicht aufspalten lassen." Foto: Schulze Steinmann

Er sprach vom Nato-Doppelbeschluss, den Anfängen der europäischen Währungsunion und dem Fall des Eisernen Vorhangs: Dr. Helmut Born, ehemaliger Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, ließ auf dem Kreisverbandstag Coesfeld am Dienstag im westfälischen Senden kaum ein wichtiges Kapitel der deutschen Geschichte aus, als er auf seine 35 Dienstjahre für die deutschen Landwirte zurückblickte.

Solidarität gefordert

Born, der sich dafür bedankte als „Altenteiler“ einen „Rückblick mit Ausblick“ vor den mehr als 300 Landwirten aus dem Münsterland halten zu dürfen, betonte vor allem die Bedeutung der Solidarität unter den Landwirten. Er nannte zwei Gründe:

  1. Erstens sei die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe seit dem Beginn seiner Arbeit als Persönlicher Referent von Präsident Freiherr Heereman im Jahr 1978 stark zurückgegangen.
  2. Zweitens hätten Natur- und Umweltschutzthemen im gleichen Zeitraum deutlich an Stellenwert gewonnen.

Borns Appell: „Die Bauern dürfen sich nicht aufspalten lassen, sonst schwindet angesichts eines Bevölkerungsanteils von unter 2 % ihre politische Gestaltungskraft.“ In der Vergangenheit sei es dem Bauernverband gelungen, die „verbindende Klammer“ für die Betriebe zu bilden. Dies müsse auch in Zukunft der Fall sein.

Mit Blick auf die Jungbauern im Saal prognostizierte der Generalsekretär a.D.: „Die spannendsten Jahre für die Landwirtschaft kommen noch.“ Zwar habe sich die Agrarpolitik der EU endlich aus den Märkten zurückgezogen, dafür drohe jetzt mit dem Greening ein Rückfall in längst vergessene Zeiten staatlichen Einflusses.

Selbstkritisch gab sich Born beim Thema Tierwohl: „Hier hätten wir als Verband eher durchstarten können“, räumte er ein.

Verhaltenskodex geplant

Borns Forderung nach mehr Solidarität unter den Bauern nahm auch in den Ausführungen vom Kreisverbandsvorsitzenden Anton Holz einen zentralen Platz ein: Holz verwies nicht nur in seinem Jahresrückblick auf zahlreiche gelunge Aktionen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Er forderte auch die Mitglieder zu mehr Engagement für den Berufsstand auf.

Damit die Solidarität zwischen den Bauern auch „gelebt“ werde, arbeiten er und seine Vorstandskollegen derzeit daran, das vor einigen Jahren erarbeitete WLV-Leitbild um einen „Verhaltenskodex“ zu ergänzen.

„Wie verhalten wir uns als Landwirtschaft in unserer Außendarstellung? Und wie gehen wir Landwirte miteinander um?“, lauten die beiden zentralen Fragen, die derzeit auf den Winterversammlungen diskutiert werden. Schließlich gefährden Fehltritte einzelner schwarzer Schafe das positive Image aller Berufskollegen.

Besser als Gold?

Eine verstärkte Präsenz in der Öffentlichkeit kündigte auch Kreisgeschäftsführer Raphael van der Poel an. Der Kreisverband habe bei verschiedenen Gelegenheiten seine Kampagnenfähigkeit gesteigert. Aktionen wie der Informationsradweg zur Landwirtschaft rund um Seppenrade oder die „Milchpause“ der Familie Pentrup in Ascheberg seien nur zwei Beispiele von vielen für gute Öffentlichkeitsarbeit.

Das Schlusswort hatte Andrea Bahrenberg, Journalistin und Landwirtstochter aus dem Kreis Coesfeld, die statt einer Rede das Stück „Heimat“ aus ihrem Buch „Besser als Gold“ zum Besten gab. „Das Motto: Besser als Gold, trifft auf alles zu, das Sinn stiftet“, erklärte die Bauerntochter, „also insbesondere die Landwirtschaft.“

Den Ausführlichen Bericht lesen Sie in Wochenblatt-Folge 4/2014. mss