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Bodenpreise in NRW: Unaufhaltsam aufwärts

Die Kaufwerte für landwirtschaftliche Grundstücke sind im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Mittlerweile liegt der Durchschnitt in NRW bei mehr als 50.000 €, im Kreis Borken sogar bei 100.000 €/ha.

Innerhalb von zehn Jahren haben sich die Preise für Ackerland in Nordrhein-Westfalen verdoppelt. Regional bestehen aber weiter große Unterschiede. Besonders viel haben die Käufer in den Kreisen Borken und Coesfeld ausgegeben.

Um fast genau 5000 €/ha kletterten die Preise für 1 ha Agrar­land in NRW im vergangenen Jahr. Im Durchschnitt wurden 2018 genau 53.070 €/ha gezahlt, ein bisher nie dagewesener Spitzenwert. Der Bundesdurchschnitt lag mit 25.490 € bei weniger als der Hälfte.

In zehn Jahren verdoppelt

Der Bodenpreis hat sich damit in NRW innerhalb von zehn Jahren glatt verdoppelt. Die Preisunterschiede auf Kreis­ebene von weniger als 25.000 €/ha in Grünlandregionen bis hin zu 100.000 €/ha in Borken sind gewaltig.

Die Zahl der Grundstücksgeschäfte liegt auf niedrigem Niveau. Auch die verhandelte Fläche war mit 3644 ha wie in den vergangenen Jahren unterdurchschnittlich, auch wenn es rund 100 ha mehr waren als im Vorjahr. Im 20-jährigen Mittel wechselten jedes Jahr 4855 ha den Besitzer. Zunehmend halten Grundstückseigentümer an der eigenen Fläche fest, insbesondere in Zeiten niedriger Zinsen, hoher Pachten und stetig steigender Bodenwerte.

Nie zuvor wurden für 1 ha Agrarland in NRW im Schnitt mehr als 50.000 € gezahlt. Für die Teuerungen der vergangenen Jahre ist vorwiegend die Kapitalmarktentwicklung verantwortlich. In Zeiten niedriger Zinsen stürzen sich Kapitalanleger auf Sachwerte, um ihr Kapital sicher zu wahren.

Neben dem Preis kletterte auch der Umsatz dieser Grundstücksgeschäfte auf ein bisher in NRW nicht gekanntes Niveau von 193 Mio. €. Im Schnitt verhandelten die Vertragspartner eine Flächengröße von 1,56 ha. Bei der Hälfte aller 2018er-Käufe bezog sich der Erwerb auf Einheiten von weniger als 2 ha. Im Schnitt dieser „kleineren“ veräußerten Grundstücke ergab sich ein Kaufwert von 45.670 €/ha, deutlich unter dem landesweiten Schnitt. Dagegen zahlten Käufer für Flächengrößen ab 2 ha mit 57.479 € deutlich mehr.

NRW bundesweit auf Platz 2

In Bayern zeigte sich mit fast 65.000 €/ha die höchste Zahlungsbereitschaft, es folgten NRW und dann Niedersachsen mit 36.500 €. Die Schlusslichter bildeten das Saarland mit 9700 € sowie Thüringen (10.700 €) und Brandenburg (11.000 €).

Für das frühere Bundesgebiet errechnete sich ein Bodenpreis von 37.850 €, während der für die neuen Länder mit 15.700 € deutlich niedriger ausfiel.

In der durch intensive Tierhaltung und Biogas geprägten Region Borken errechnete sich im Schnitt der 82 Verkaufsfälle ein Hektarpreis von exakt 100.935 €. Damit liegt Borken im Kreisvergleich an der Spitze und zieht den Münsterlandschnitt nach oben, denn 30 % der im Münsterland gehandelten Fläche kommt aus Borken.

Aber auch Coesfeld bewegt sich mit 89.000 €/ha über dem Mittelwert dieses Regierungsbezirkes, allerdings wechselte hier mit 37 Grundstücksgeschäften nur 12 % der insgesamt im Münsterland verkauften Fläche den Besitzer.

Etwas darunter rangierte der Kreis Steinfurt, in dem die Käufer etwa 77.800 €/ha investierten. Auffällig ist die dort recht hohe Bodenmobilität, denn in 119 Verkaufsfällen wurden 40 % der gesamten landwirtschaftlichen Verkaufsfläche des Münsterlandes veräußert.

Im Regierungsbezirk Düsseldorf ergab sich ein im Vergleich zum Vorjahr um 8 % gesunkener Durchschnittspreis von 61.500 €/ha. Hier konkurrieren neben der Käuferschicht die Futter-, Ackerbau- und Gartenbaubetriebe um die Flächen. Nicht zu vergessen sind die Sonderkulturen (Baumschulen, Blumen, Zierpflanzen), die dort die Hälfte des landesweiten Umsatzes dieser Betriebszweige generieren und ergänzend die Preisfindung beeinflussen.

In der Region Düsseldorf war der Boden im Kreis Neuss (82.000 €) am teuersten. Etwas mehr als ein Drittel der im Bezirk Düsseldorf gehandelten Fläche kam aus der Milchviehregion Kleve, wo der Boden 61.750 €/ha kostete. In den Regierungsberzirken Arnsberg (46.500 €/ha) und Köln (45.600 €) ergab sich ein in etwa vergleichbarer Preis. In Arnsberg variieren die Werte von 67.600 € (Unna) bis hin zu weniger als 20.000 € in den Regionen Olpe und Siegen-Wittgenstein. Im Kölner Bezirk ist das Land im Erftkreis mit 78.100 € am teuersten. Im Detmolder Raum waren die niedrigsten Preise, die sich dort zwischen gut 25.000 € (Höxter) und fast 59.000 €/ha im Raum Gütersloh präsentierten.

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