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Bodenfruchtbarkeit

Bodenfruchtbarkeit im Mittelpunkt

Landwirte wollen nachhaltig produzieren. Die Bodenfruchtbarkeit spielt dabei eine große Rolle. Was Bodenfruchtbarkeit ausmacht und welche Faktoren sie beeinflussen, war Thema eines Feldtages in Wilstedt (Niedersachsen).

Hans Unterfrauner zeigte den Besuchern, welche Merkmale zur Bestimmung der Bodenfruchtbarkeit wichtig sind.

Landwirte haben lange Zeit eher auf enge Fruchtfolgen gesetzt. Das Ergebnis: Zurückgehende Bodenfruchtbarkeit und schlechte Nährstoffumsetzung. Ein Umdenken ist deshalb gefragt.

„Die Bodenfruchtbarkeit ist viel mehr als Stickstoff, Phosphor und Kali. Entscheidend ist, ob die Nährstoffe im Boden durch dynamische Prozesse mobilisiert werden können.“ Das sagte Bodenexperte Hans Unterfrauner von der TB Unterfrauner GmbH. Seiner Aussage zufolge, sind drei wesentliche Faktoren entscheidend für die Mobilisierung:

Das Puffersystem: Wenn der pH-Wert ein bestimmtes Niveau unterschreitet kann es zur vermehrten Mobilisierung von Schadstoffen kommen. Die Mobilisierung von Aluminium aus Tonteilchen beginnt beispielsweise bei Werten unter 5,9. Das Aluminium führt zu Mutationen an den Wurzelspitzen, sodass Wasser und Nährstoffe als Folge der deformierten Wurzeln nicht mehr aufgenommen werden können. Ein Zerfall dieser Tonteilchen bedeutet gleichzeitig eine geringe Wasserhaltekapazität.

Das Redoxpotential: Es gibt Auskunft über den Sauerstoffgehalt im Boden. Ist der Boden gut durchlüftet und ist in den Poren Sauerstoff vorhanden, dann erfolgt der Ab- und Umbau von organischer Substanz und Ernterückständen über Mikroorganismen.

Der Salzgehalt: Bei Ausbringung von mineralischen aber auch organischen Düngern steigt die Salzkonzentration. Diese hohen Salzgehalte wirken zum einen negativ auf das Bodenleben, aber auch auf den Pflanzenertrag. Bei starken Niederschlägen kann dies zu einem Stoffeintrag in das Grundwasser führen.

Neben der intensiven Bodenbearbeitung ist auch der Rückgang der Biodiversität durch zu enge Fruchtfolgen ein großes Problem – davon ist Christoph Felgentreu, Mitarbeiter der DSV (Deutsche Saatveredelung AG) überzeugt. Die Fruchtfolge müsse aufgelockert und die Böden durchwurzelbar sein, damit nicht nur die obersten 30 cm sondern die gesamte Feldkapazität genutzt würden, so Felgentreu.

Auch er sieht das Thema Bodenfruchtbarkeit ganzheitlich. „Wer nur an einer Schraube dreht, der wird nicht sehr erfolgreich sein. Das Zusammenspiel von Pflanze, Boden und auch Unterboden ist extrem wichtig“.