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Boden bleibt lieb und teuer

Die Preise für Agrarland haben sich in den vergangenen 20 Jahren in Nordrhein-Westfalen verdoppelt. Die Preise reichen von 15  000 €/ha in Siegen-Wittgenstein bis hin zu fast 90  000 € im Kreis Borken.

Knapp und begehrt: Die Kaufpreise für landwirtschaftliche Fläche sind auch im vergangenen Jahr deutlich gestiegen.

Die Bodenpreise in Nordrhein-Westfalen kannten auch im vergangenen Jahr nur eine Richtung: nach oben. Käufer investierten im Schnitt 48.100 €. Das waren 3550 € mehr als im Vorjahr (+8 %) und rund doppelt so viel wie noch 1997. Der Schnitt in den Kreisen reichte von 15.000 €/ha in den Regionen Aachen und Siegen-Wittgenstein bis hin zu fast 90.000 €/ha im Kreis Borken. Die Anzahl der Grundstücksgeschäfte verminderte sich um 9 % im Vergleich zu 2016, dagegen legte der Umsatz aus dem Verkauf von Flächen um 5 % auf landesweite 170 Mio. € zu.

Münsterland an der Spitze

Im Vergleich der Regionen wurden wie in den Vorjahren in dem durch Biogas und intensiver Tierhaltung geprägten Münsterland die höchsten Bodenpreise erzielt, die mit 76.050 € je ha an der Spitze der Verwaltungsbezirke lagen. In der rheinischen Region Düsseldorf wechselten die Hektare für durchschnittlich 66.720 € den Besitzer.

In einer Preisspanne zwischen 35.600 und 38.400 € lagen die Verwaltungsbezirke Detmold, Köln und Arnsberg relativ dicht beieinander. In Arnsberg mussten Käufer für 1 ha 38.400 € zahlen, somit 9700 € weniger als im landesweiten Mittel. Der sich in dieser Region befindliche Kreis Siegen-Wittgenstein bildet gemeinsam mit der Kölner Region Aachen auf einem Niveau von etwa 15.000 € das Schlusslicht. Ins Auge fällt im Arnsberger Kreis Ennepe-Ruhr der Preisrückgang um 47 % bzw. 22.800 € je ha, dem bei einer Verkaufsfläche von lediglich 5 ha aber keine nennenswerte Bedeutung beigemessen werden sollte.

Was beeinflusst den Preis?

Neben der Zunahme von Siedlungs- und Verkehrsflächen sowie weiterer Faktoren führen Auflagen der Düngeverordnung und der Einfluss außerlandwirtschaftlicher Investoren zur verschärften Flächenknappheit in der Landwirtschaft, die sich in steigenden Bodenpreisen widerspiegelt. Weiterhin bleibt anzunehmen, dass die anhaltende Niedrigzinsphase und fehlende Investitionsmöglichkeiten die Käuferschicht dazu verleitet, die „Flucht in die Sachwerte“ zu ergreifen.

Bei der Suche nach den Gründen für höhere Preise hilft auch ein Blick in die Statistik der gehandelten Größenklassen. Mehr als drei Viertel der Grundstücksgeschäfte wurden mit Parzellengrößen von bis zu 2 ha getätigt, die 39 % der gehandelten landwirtschaftlichen Fläche ausmachten. Ihr Preisniveau lag jedoch deutlich unter dem Mittelwert von 48.085 €/ha.

Dagegen honorierten die Käufer größere Flächen mit überdurchschnittlichen Kaufpreisen. Während Verkäufer bei Grundstücksgeschäften mit jeweils 2 bis 5 ha überdurchschnittliche 50.120 €/ha erzielten, investierten Käufer für Parzellen von mehr als 5 ha mit 54.530 €/ha deutlich mehr.

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