Ökolandbau in NRW

Bio-Börde GbR: Humus gekonnt mehren Plus

Hoher Humusgehalt trotz intensivem Gemüseanbau – das ist die Devise des Biobetriebes Bio-Börde. Haupteinnahmequelle sind die Möhren. Angeschlossen ist ein Verpackungsbetrieb. So bleibt die Wertschöpfung in der Region.

"Der Boden ist die Grundlage unserer Landwirtschaft und wir sind dafür verantwortlich, ihn gesund und fruchtbar zu halten.“ Dieser Satz ist für Markus Rose und die anderen Gesellschafter der Bio-Börde GbR nicht nur eine gut ­anzuhörende Phrase.

Auf dem Biobetrieb in Willebadessen wird viel für Humusgehalt, Bodenleben und optimale Nährstoffzusammensetzung getan. Das wird schon nach den ersten Sätzen deutlich, die wir mit den drei Betriebsleitern wechselten. Und sie machen es sich nicht einfach: Eine hofeigene Kompostierung, der Zwischenfruchtanbau und eine vielfältige Fruchtfolge sind nur einige Maßnahmen, mit der sie Bodengesundheit und Ertrag auf die Sprünge helfen.

Auf gesunden Böden ackern

Markus Rose (30) ist gelernter Fachinformatiker. Trotzdem entschied er sich gegen den Job im Büro und für das Arbeiten in der Natur. 2015 ist er, nach erfolgreichem Studienabschluss der ökologischen Agrarwissenschaften, in die Bio-Börde GbR seines Vaters Alfons Rose und Gärtnermeister Frank Arendes eingestiegen. Die drei Gesellschafter kämpfen energisch für die weitere Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit. Sie sind davon überzeugt, dass Ökologischer Landbau nur so dauerhaft hohe und stabile Erträge erzielt. Dafür lassen sie nichts unversucht.

Da ist zum Beispiel die hofeigene Kompostierung. Das Ziel: dem Boden Nährstoffe und Organische Substanz zurückgeben. „Als Komponenten verwenden wir unter anderem Champost aus ökologischer Pilzproduktion, Kleegrasaufwüchse, Reste aus der Gemüseaufbereitung, Holzhackschnitzel sowie Pferde- und Schafmist aus der Umgebung“, erklärt Markus Rose.Um Erkenntnisse weiterzugeben und im Austausch zu bleiben, nimmt die Bio-Börde GbR an verschiedenen Projekten teil und steht im regelmäßigen Kontakt zur Universität Kassel.

Mit Kompost allein ist es aber nicht getan, das A und O für gesunde Böden ist eine ausgewogene Fruchtfolge – gerade bei humuszehrenden Früchten wie der Möhre. Der Jungunternehmer ist sich darüber im Klaren: Ohne den erfolgreichen Anbau von Kleegras in der Fruchtfolge kommt der Gesamtbetrieb auf Dauer nicht aus. Deshalb etablieren die Gesellschafter alle sechs Jahre ein 1,5-jähriges Kleegras in die Fruchtfolge. „So kann der Boden sich regenerieren und aufatmen.“ Das Bodenleben profitiere enorm, wenn das Kleegras nach dem Mulchen als Nährhumus auf dem Feld bleibt. „Wir müssen uns immer wieder vor Augen führen, dass Regenwürmer und andere Bodenorganismen unsere stärksten Partner sind“, so Markus Rose.

Als Alternative zum Mulchen oder zum Verkauf des Kleegrases nutzen sie das Verfahren cut & carry. „Dabei wird der gemähte Aufwuchs auf andere, stickstoffbedürftige Nehmerflächen wieder als Dünger ausgebracht.“ Die Nährstoffe...

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