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Bauernverband rechnet mit nur 41 Millionen Tonnen Getreide

Der Deutsche Bauernverband erwartet wegen der in weiten Teilen Deutschlands vorherrschenden Trockenheit eine weit unterdurchschnittliche Getreideernte.

Nicht überall lohnt sich - wie hier - die Ernte. Einige Betriebe haben aufgrund der vorherrschenden Trockenheit den Bestand direkt gehäckselt.

Eine weit unterdurchschnittliche Getreideernte von lediglich 41 Mio t erwartet der Deutsche Bauernverband (DBV) aufgrund der in weiten Teilen des Bundesgebiets vorherrschenden Trockenheit. „Einige Betriebe haben wegen der Dürre nicht geerntet, sondern den Bestand direkt gehäckselt“, berichtete DBV-Präsident Joachim Rukwied bei der Erntepressekonferenz heute in Trebbin. Die aktuelle Prognose des Verbandes entspricht gegenüber der bereits unterdurchschnittlichen Vorjahresernte von 45,5 Mio t einem Rückgang von 4,5 Mio t. Die Durchschnittsmenge der vergangenen fünf Jahre belief sich auf 47,9 Mio t.

Extreme Wetterlage

Das Wetter sei in manchen Teilen Deutschlands in diesem Jahr eine echte Herausforderung, stellte Rukwied fest. Nach einem nassen Winterhalbjahr sei ein kalter Start ins Frühjahr gefolgt. Im April sei der Frühling zu warm und viel zu trocken gewesen - dieser Wetterwechsel habe viele Kulturen stark gestresst, erklärte der Bauernpräsident. Punktuelle Regenfälle und Gewitter hätten die Situation nur selten entspannt. Lokale Starkregenereignisse von bis zu 100 l innerhalb einer Stunde hätten die ausgetrockneten Böden nicht aufnehmen können.

Frühjahrstrockenheit und Starkregen

Der verspätete Start ins Frühjahr und die schnelle Abreife der Wintergerste hätten in diesem Jahr zu einem außergewöhnlich frühen Erntebeginn geführt, so der DBV-Präsident. „Diese sehr kurze Vegetationsphase kostet uns vor allem Ertrag“, betonte er. Im Norden und Osten der Republik sei die Frühjahrstrockenheit regional so stark ausgeprägt gewesen wie in den Dürrejahren 2003 und 2011. Zudem hätten einzelne Gewitterschauer und Starkregen teilweise ebenfalls massive Schäden verursacht. „Diese Ernteausfälle bedrohen Existenzen. Deshalb brauchen wir dringend Instrumente zur Liquiditätssicherung und die Möglichkeit, steuerfreie Rücklagen zum Risikoausgleich zu bilden“, forderte Rukwied.

Rapsernte

Zum Rapsanbau stellte der Bauernpräsident fest, dass die Ertragserwartungen derzeit nur bei 2,9 t/ha liegen würden. Damit würden die Erträge das vierte Jahr in Folge geringer ausfallen und den Durchschnittsertrag der letzten fünf Jahre von 3,8 t/ha um nahezu eine Tonne verfehlen. Die Rapsernte könnte daher mit nur 3,7 Mio t das zuletzt schlechteste Ergebnis des Jahres 2011 unterschreiten, erklärte Rukwied. Der Grund hierfür sei, dass maßgebliche Anteile des Winterrapsanbaus im von schwierigen Witterungsbedingungen besonders betroffenen Norden und Osten Deutschlands lägen.

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