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Schließungspläne der Südzucker AG

Bauernproteste in Warburg

Rund 500 Bauern und Betroffene haben gestern mit mehr als 200 Treckern in Warburg-Hohenwepel gegen die geplante Schließung der Warburger Zuckerfabrik protestiert.

Gelbe Westen, Plakate und verärgerte, protestierende Bauern und Betroffene: Die Pläner der Südzucker AG stoßen auf Widerstand in der Warburger Börde.

Die Warburger Börde steht hinter „ihrer Zuckerfabrik“. Das bekam der Südzucker-­Vorstand um Dr. Thomas Kirchberg am Dienstagabend deutlich zu spüren. „Wir geben nicht auf! Wir kämpfen für den Rübenanbau in unserer Region! Notfalls fahren wir bis zur Südzuckerzentrale nach Mannheim!“, erklärte Landwirt Josef Jacobi unter dem Beifall seiner Berufskollegen. Auch die Politik um Warburgs Bürgermeister Michael Stickeln will weiter das Gespräch mit der Leitung der Südzucker AG suchen und ist daher froh über den großen Rückhalt in der Region.

Aus allen Himmelsrichtungen waren die Bauern mit Schleppern und Plakaten zur Gemeindehalle nach Hohenwepel angereist. Dort wollte Kirchberg den Rübenanbauern aus der Region in der üblichen Wintertagung erklären, warum der Vorstand der Aktiengesellschaft zur Schließung der Fabrik in Warburg keine Alternative sieht.

Bauern fühlen sich von Südzucker überrumpelt

Lange Treckerkonvois bewegten sich über die Bundes- und Landstraßen nach Hohenwepel. Hunderte Betroffene trafen sich zur Protestkundgebung und machten ihrem Unmut über die Schließungspläne Luft: Die Bauern fühlen sich vom Unternehmen überrumpelt und im Stich gelassen. Außerdem verstehen sie nicht, wieso der Rübenanbau in einer solchen Gunstlage nicht unterstützt, sondern torpediert wird.

Dr. Kirchbergs Erklärungen und Argumente in der Versammlung überzeugten die Landwirte jedenfalls nicht. Sie hegen außerdem Zweifel daran, dass Warburg der strategisch schwächste Verarbeitungsstandort ist und wollen weiter für ihre Fabrik und den Rübenanbau in der Region kämpfen.

"Fabrik und Anbaufläche gehören zusammen"
Auch der Landwirtschaftliche Kreisverband Höxter wendet sich gegen die Schließungspläne der Südzucker AG. Vorsitzender Antonius Tillmann übergab eine Resolution an Südzucker-Vorstand Dr. Thomas Kirchberg. Der Vorstand wird aufgefordert, "alle Alternativen zu der geplanten Schließung des Standortes Warburg zu prüfen.
"Fabrik und Anbaufläche gehören zusammen", heißt es weiter in der Resolution, die auf die ökonomischen und ökologischen Vorteile dieser Nachbarschaft hinweist. Die Strategie der Südzucker AG, Rübenmengen und damit Anbauflächen zurückzufahren, dürfe nicht zur Folge haben, "dass einzelne Anbauregionen abgehängt werden". Und weiter: "Die Landwirte im Kreis Höxter brauchen ein klares Signal für die Zukunft und eine sichere Absatzmöglichkeit für ihre Zuckerrüben."
Die Zuckerrübe sei "vielseitig einsetzbar" und werde mittlerweile auch in der Hefeindustrie, der pharmazeutischen Industrie und der Biotechnologie inegesetzt. Die Landwirte fordern die Südzucker-Verantwortlichen auf, die Eignung des Standortes Warburg für solch eine alternative Nutzung zu prüfen.

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