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Land schafft Verbindung

Bauerndemo in Bonn: "Uns brennt der Kittel"

Zum Bauernprotest in Bonn kamen einige Tausend Teilnehmer und teilten kräftig gegen die Ministerinnen Klöckner und Schulze aus.

Auf dem Bonner Münsterplatz gingen die Demonstranten auch auf das Verbraucherverhalten ein.

Es gab Pfiffe und Buhrufe für die Ministerinnen Klöckner und Schulze. Am Ende drohte die Stimmung zu kippen: Wiederholt wurde Staatssekretär Dr. Hermann Onko Aikens von Buhrufen und Pfiffen unterbrochen. Bis Maike Schulz-Broers vom Orga-Team energisch dazwischenfunkte. „Wir sind hier hergekommen, damit jeder ausreden kann. Dieses Recht hat auch der Staatssekretär, auch wenn uns seine Worte nicht gefallen.“

Blick ins Publikum: Mit Plakaten und Schildern brachten mehrere Tausend Demonstranten in Bonn ihre Sorgen und Nöte zum Ausdruck - Und ihren Wunsch, wieder gehört zu werden.

Der Bonner Münsterplatz war am Dienstagmittag bis auf den letzten Platz gefüllt. Das Orga-Team um Marcus Vianden, Martin Eudenbach und Maike Schulz-Broers war unglaublich stolz, innerhalb von nur 14 Tagen so eine gewaltige Demo mit 700 Schleppern und einigen Tausend Teilnehmern auf die Beine gestellt zu haben. „Mit dieser Solidarität hatten wir nie gerechnet. Unser Netzwerk wird über den 22. Oktober hinaus bestehen bleiben. Das versprechen wir euch“, rief die Landwirtsfrau den Teilnehmern zu.

An der Kundgebung in Bonn nahmen auch viele Jugendliche und Kinder teil.

Attacken gegen die Regierung

Viele Redner auf der Bühne griffen das Agrarpaket der Bundesregierung scharf an. Zwischendurch ging Schulz-Broers ins Publikum und fragte einzelne Demoteilnehmer nach ihrer Motivation. Hauptsächlich junge Bauern aus der Eifel, dem Hunsrück, Rheinland, Westfalen, Emsland, Hessen und Süddeutschland gaben kurze Statements ab. Sie beklagten die ausufernde Bürokratie, die Perspektivlosigkeit der Familienbetriebe und das unsolidarische Verhalten vieler Verbraucher und der großen Discounter.

„Es ist viel zu ruhig“

Dann platzte einem Milchbauern aus Südhessen der Kragen. „Uns brennt der Kittel. Es ist viel zu ruhig. Wir dürfen uns von den grünen Ökofundamentalisten nicht mehr alles gefallen lassen.“ Auch die Hetzkampagne in den öffentlich-rechtlichen Sendern gegen die Bauern sei unerträglich. Der Landwirt: „Ich bin kein Anhänger der AfD. Aber ich bin stolz darauf, ein deutscher Landwirt zu sein.“

Auch die Ministerinnen aus Berlin, Julia Klöckner und Svenja Schulze, bekamen ihr Fett weg. Martin Eudenbach: „Sie lassen uns Bauern im Regen stehen, haben nicht einmal den Mumm, hier Rede und Antwort zu stehen.“