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WLV-Offensive Nachhaltigkeit

Bauern sind zu Veränderungen bereit

WLV-Präsident Johannes Röring hat in Münster den ersten Jahresbericht zur "Offensive Nachhaltigkeit" vorgestellt. Mit diesem Maßnahmenplan wollen Landwirte eine größere Nachhaltigkeit im Umgang mit Mensch, Tier und Natur umsetzen.

Ackerrandstreifen spielen eine wichtige Rolle biem Programm, ebenso wie extensiver Getreideanbau und Untersaaten in Mais.

Die vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) vor gut 15 Monaten der Öffentlichkeit vorgestellte „Offensive Nachhaltigkeit“ hat spürbar an Fahrt aufgenommen. Mit diesem Maßnahmenplan wollen die Landwirte eine größere Nachhaltigkeit im Umgang mit Mensch, Tier und Natur umsetzen. WLV-Präsident Johannes Röring unterstrich bei der Vorlage des Jahresberichts zu der Offensive in Münster noch einmal, dass die Bauern zu Veränderungen bereit seien und diese auch wollten.

Es liege ganz entscheidend an den Landwirten selbst, ob es gelinge, verlorene Akzeptanz und Vertrauen zurückzugewinnen, betonte Röring, der für die CDU im Bundestag sitzt. Das strategische Ziel der Offensive bestehe darin, die Außenwahrnehmung und die Akzeptanz landwirtschaftlichen Handelns in der Gesellschaft deutlich und spürbar zu verbessern. Dies sei nicht nur eine Frage der Kommunikation, sondern es gelte auch, inhaltlich etwas zu ändern, um dies kommunizieren zu können. „Daher wollen wir mit unseren Projekten konkret, nachprüfbar und hoffentlich erfolgreich werden“, sagte Röring.

Ökologisch erwünscht, ökonomisch machbar

WLV-Präsident Henner Braach bezeichnete die Offensive als „geerdeten Versuch“, sozial und ökologisch Erwünschtes mit dem ökonomisch Machbaren neu zu verbinden. Neben produktionstechnischen Fragen gehe es aber auch um Fragen zur Zukunft des eigentümergeführten Familienbetriebes, denn im Mittelpunkt der Offensive Nachhaltigkeit „stehen eindeutig die Menschen“.

WLV-Vizepräsident Wilhelm Brüggemeier erläuterte ein Projekt zum Ausbringen von Gülle. Der WLV empfehle das sogenannte „Strip-Till-Verfahren“ in Kombination mit der „Gülle-Unterfußdüngung“ und dem Einsatz eines „Nitrifkationshemmers“. Hierdurch würden die Böden besser vor Erosionen und Verdunstung geschützt; zudem ließen sich so Ammoniakverluste vermeiden. Das heiße, es gebe „seltener und dünnere Landluft“, erklärte Brüggemeier. Dieses Verfahren setze sich langsam durch.

Die Artenvielfalt fördern

Ein Projekt zur Biodiversität stellte der Vorsitzende des WLV-Kreisverbandes Coesfeld, Michael Uckelmann, vor. Dabei gehe es darum, die Artenvielfalt zu fördern, wo intensiv Ackerbau betrieben werde. Im vergangenen Jahr wurden laut Uckelmann in den Kreisen Coesfeld und Borken auf 60 ha unter anderem Blühstreifen, extensiver Getreideanbau und Untersaaten in Mais betrieben. Das Projekt, das durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und die Landwirtschaftliche Rentenbank gefördert werde, beinhalte auch ein Monitoring. Dabei seien deutlich mehr Falter, Schwebfliegen und Vogelarten nachgewiesen worden als auf Vergleichsflächen, berichtete Uckelmann.