Bauern sind keine Verbrecher



Unsere Produkte sind weltweit gefragt, aber im eigenen Land gewinnen die Miesepeter die Oberhand. Was können wir tun, um die ständigen Angriffe vor allem auf die landwirtschaftliche Tierhaltung abzuwehren? Auf diese Frage, am Montagabend gestellt vom scheidenden Vorsitzenden Karl-Heinz Becker, gab Werner Schwarz beim Mindener Kreisverbandstag eine klare Antwort: „Wir Bauern müssen in die Offensive gehen“.

Die Wirklichkeit zeigen

Schwarz, der selbst Sauenhalter und seit sechs Jahren Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein ist, hat 2013 ein Experiment gewagt und auf seinem Hof eine Webcam im Abferkelstall installiert. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten: Eine Flut von Beschimpfungen ergoss sich über den Landwirt und seine Berufskollegen. Militante Tierrechtler und fanatische Veganer verloren bei der Kritik an der Tierhaltung jedes Maß.

Aber auch Menschen, die der Landwirtschaft grundsätzlich wohlgesonnen sind, zeigten sich verstört ob der Bilder aus der Abferkelbucht. Sie wussten einfach nicht, wie es tatsächlich im Stall aussieht, so Schwarz. Aber die Verbraucher gewöhnen sich daran. Sie sehen, dass die Sau nicht apathisch daliegt und die Ferkel überall in der Bucht herumlaufen.

Ziel der Offensive müsse sein, das Bild-Monopol der Tierhaltungsgegner zu brechen. Den Mitmenschen eine Alternative, eine Auswahl von Bildern anzubieten, damit sie sich damit auseinandersetzen können. Denn: „Man kennt unsere Art der Tierhaltung nicht mehr und man versteht uns nicht mehr. Das ist gefährlich“, schlussfolgerte der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes.

Teil der Job-Beschreibung

Die Webcam steht nach Schwarz gewissermaßen symbolisch für das neue Selbstbewusstsein der Bauern: Statt uns für die heutige Erzeugung zu entschuldigen, sollten wir diese Botschaft in die Welt tragen: Wir können Landwirtschaft, weil wir es gelernt haben!

Auf solche Diskussionen dürfen die Bauern nicht verzichten, weil sonst die Politik Fakten schaffen könnte, mit denen die Landwirtschaft nicht leben kann, mahnte der Schleswig-Holsteiner. „Wir können Tierschutz und Tierwohl am besten.“ Trotzdem mahnte Schwarz, es seien Kompromisse gefragt, die das Wirtschaften auch langfristig absichern. Und vor allem müssten die Menschen mitgenommen werden.

Öffentlichkeitsarbeit sei Teil der Job-Beschreibung eines jeden Landwirts, betonte Schwarz. Gerade die jungen Bauern müssten sich einbringen, auch bei Facebook, Twitter usw., um nicht den Gegnern des Berufsstandes kampflos das Feld zu überlassen. ri


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