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Landesvereinigung der MIlchwirtschaft NRW

Ausblick für 2019: Weniger Milch erwartet

Die Futterkosten werden steigen, die Milchmenge wird sinken – das prognostiziert die Landesvereinigung der Milchwirtschaft für das neue Jahr. Die Experten äußerten sich auch zur zukünftigen Entwicklung des MIlchpreises.

Dr. Rudolf Schmidt, Wilhelm Brüggemeier und Hans Stöcker blickten in die Zukunft des Milchmarktes in NRW.

Eine geringere Produktion von Milch mit ähnlichem Preisniveau wie im Vorjahr - diese Prognose für den Milchmarkt 2019 präsentierte Dr. Rudolf Schmidt, Geschäftsführer der Landesvereinigung (LV) der Milchwirtschaft NRW, gestern auf der Pressekonferenz der Landesvereinigung in Krefeld.

Für das kg Milch sind dieses Jahr bis zu 35 Cent zu erwarten. Allerdings sind die Produktionskosten für die Milchviehhalter aufgrund der qualitativ schlechten und knappen Futtervorräte und des Zukaufs von Futtermitteln deutlich höher als im Vorjahr. Somit werden die positiven Markteffekte einer geringeren Milchmenge, beispielsweise durch den– Einsatz teurer Futtermittel zur Rationsaufwertung, nivelliert.

Milchviehbetriebe müssen sich wappnen

„2019 ist hierzulande weniger Milch zu erwarten, jedoch ist der Milchmarkt global“, erläutert Hans Stöcker, rheinischer Vorsitzender der LV Milchwirtschaft NRW. Wenn die Milcherzeugung weltweit steigt, hat dies auch Auswirkungen auf den Milchmarkt in NRW. Erzeugerpreise für Milch werden auch in Zukunft stark schwanken. „Betriebe müssen sich für Krisensituationen wappnen“, so Wilhelm Brüggemeier, westfälischer Vorsitzender der Vereinigung.

Die Dürre beschäftigt Landwirte seit Mitte vergangenen Jahres, ihre Auswirkungen lassen sich aber erst in den kommenden Monaten erfassen. Für 2018 sind noch keine Einbußen durch die Trockenheit zu erkennen: So hat die Milcherzeugung in NRW mit 3,4 Mio. t einen neuen Rekord erreicht. Im Schnitt betrug der Auszahlungspreis im Zeitraum von Januar bis Oktober 2018 32,86 ct/kg und lag somit um 1,71 ct/kg unter dem des Vorjahres .

Die Nachfrage nach Biomilch und Weidemilch wächst kontinuierlich. So blieb das Preisniveau von Biomilch stabil. Im Mittel erhielten Biomilcherzeuger 46,67 ct/kg.

Wie 2017, so trug auch 2018 der Fettmarkt den Milchmarkt. Butterpreise blieben hoch (November 2018: 1,72 €/250 g), auch wenn sie nicht das Preisniveau von 2017 erreichten.

Zahl der Milchkühe schrumpft

Viele Landwirte stockten von Juni an ihre Bestände drastisch ab. Ein derartiger Rückgang an Milchkühen in NRW konnte in den vergangenen Jahren nicht beobachtet werden. Viele Praktiker reagierten frühzeitig auf die anstehende Futterknappheit. Laut Novemberzählung des Statistischen Bundesamtes hat sich die Anzahl der Milchkuhhalter um 3,7 % auf 5.6331 reduziert. Die Zahl an Milchkühen ist in NRW um 1,9 % gesunken (insgesamt: 409 .449 Tiere). Im Schnitt hält ein Landwirt in NRW 73 Kühe, zwei mehr als im Vorjahr.

Auswirkungen durch wirtschaftliche und politische Unsicherheiten seien laut Schmidt schwer voraussehbar. Als Beispiele nannte er Brexit, Handelskonflikte und Trump.