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Angus-Rinder: Edles Fleisch, leichtes Handling

Angus-Rinder eignen sich ideal als Fleischrasse. Ob in der Mutterkuhhaltung oder intensiven Mast im Stall: Die gutmütigen Tiere sind echte Allrounder.

Angus-Rinder zählen zu den mittelrahmigen Tieren. Sie haben einen langen tiefen Körper, leichten Kopf, feine Gliedmaßen und feste Klauen.

Sie sind einfarbig schwarz oder rot und haben einen mittleren Rahmen mit einer Kreuzbeinhöhe von 135 bis 145 cm. In Deutschland werden die Angus-Rinder ganz unterschiedlich genutzt. Die Fleischrasse ist bei Voll- sowie Nebenerwerbslandwirten beliebt. Angustiere eignen sich für die extensive Beweidung von Naturschutzflächen, für die Mutter­kuhhaltung, aber auch für intensive Mast im Stall.

Rundstall für Angus-Rinder

Einer der innovativsten Rindermastställe Deutschlands steht in Versmold auf dem Betrieb Krumkühler. Im Herbst des Jahres 2017 bezogen die Angus-Rinder von Ulli Krumkühler das erste Roundhouse als Tretmiststall. Der Stall mit einem Durchmesser von 30 m ist rund und von allen Seiten offen. Das Dach besteht aus einer Membran, einer Lkw-Plane ähnelnd, die Inneneinrichtung ist eine ver­zinkte Stahlkonstruktion.

Betrieb Krumkühler hat das erste Roundhouse als Tretmiststall gebaut. Es hat einen Durchmesser von 30 m und bietet 130 Tieren viel Platz mit Komfort für Tier und Mensch.

Sieben Buchten, geschnitten wie Tortenstücke, bieten Platz für jeweils 18 Tiere bei 4,5 m²/Tier. In den Buchten sind aber immer nur 16 Tiere: „Zwei weniger pro Bucht klappt einfach viel besser, sonst ist das Stroh zu nass und die Tiere zu dreckig“, erklärt der Junglandwirt. Zwischen den Buchten sind offene Tränken angebracht. Mit Verschmutzungen oder Frost im Winter gab es bisher keine Probleme. Rund um den Stall ist ein Edelstahltrog montiert. In der Mitte des Stalls befindet sich ein Korral mit genügend Platz für die Tiere einer Gruppe. Außerdem sind im Zentrum eine Waage, eine Selektionsbucht und eine Verladerampe installiert. „Der Umgang mit den Tieren ist absolut stressfrei und alle Arbeiten problemlos von einer Person durchzuführen“, erklärt Krumkühler.

Die Buchten haben eine 5%ige Steigung, damit die Tiere den Mist nach vorne unter den Trögen durchtreten. Diesen Mist schiebt Krumkühler zweimal täglich auf den Misthaufen. Das System ist sehr einfach. Meistens standen die Tiere aber vorne am Fressgitter und traten den Mist aus den hinteren Bereichen der Bucht nicht nach vorne. Deshalb hat der Jungbauer einen großen Spielball hinten in jede Bucht gehängt. „Jetzt stehen die Rinder häufiger hinten und beschäftigen sich mit dem Ball und schieben den Mist nach vorne“, freut sich Krumkühler.

Er hält Bullen der Rasse Deutsch Angus: „Die Genetik spielt für mich eine untergeordnete Rolle“, lacht er. Außerdem hat er in zwei Buchten Färsen. „Das ist qualitativ einfach das beste Fleisch“, erklärt der Experte. Die Färsen mästet er 24 bis 30 Monate, die Bullen ganz normal 18 bis 24 Monate. Die Tiere erreichen den Hof mit acht bis neun Monaten. Die Kälber laufen bis dahin mit den Mutterkühen auf der Weide.

Von der WhatsApp-Gruppe zum Hofladen

Neben 130 Angus-Rindern bewirtschaftet der Betrieb Krumkühler 20.000 Plätze für Legehennenaufzucht, 65 ha Ackerbau und 20 ha Grünland. Angefangen hat Ulli Krumkühler mit der Mast von Angus für zwei Bekannte, die das Fleisch vermarkten. Diese sind dann abgesprungen und er musste seine Tiere plötzlich selbst vermarkten. „Ich habe mein Fleisch in alle WhatsApp-Gruppen angeboten und innerhalb von 30 Minuten waren vier Tiere verkauft“, erzählt der Jungbauer, und weiter: „Da wusste ich, da ist ein Markt“. Er fing an 20 kg Mischpakete mit Braten, Suppenfleisch, Rouladen, Steaks und Weiterem zu verkaufen. Außerdem beliefert er Burger-Läden und hat einige Metzger gefunden, die das ganze Tier verarbeiten. Er bekommt für das Färsenfleisch zwischen 4,50 und 5 €/kg und für das Bullenfleisch 4 bis 4,50 €/kg. Seit Juni vergangenen Jahres hat er einen eigenen kleinen Hofladen im alten Schweinestall. Ein Tier verkauft er pro Monat über die Ladentheke. „Der Hofladen hat noch keine Öffnungszeiten. Kunden melden sich aktuell an“, lacht er. „Aber das soll sich bald ändern. Wir sind dabei, feste Öffnungszeiten zu planen. Außerdem wollen wir eine Homepage für unseren Betrieb aufbauen.“ Vermarktung kostet viel Zeit und ist aufwendig, weiß Krumkühler aus Erfahrung. Er ist auf der Suche nach weiteren Absatzwegen.

Auf dem Betrieb Lütke-Bornefeld verbringen die Mutterkühe, Färsen und Kälber den größten Teil des Jahres auf der Weide. Nur in den Monaten Dezember bis April kommen sie in den geräumigen Laufstall auf Stroh, damit sich das Grünland erholen kann.

Krumkühler ist stolz auf seinen Stall: „Das positive Feedback stärkt einfach das Selbstbewusstsein. Die Arbeit bei den Tieren macht mir Spaß.“ Der Junglandwirt ist der Meinung, dass man nicht immer noch größer werden, sondern sich von der Masse abheben muss.

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