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Am liebsten neue Marktregeln

Sie kämpfen weiter für eine Mengenbegrenzung auf dem Milchmarkt: Silvia Däberitz als Geschäftsführerin und Romuald Schaber als Präsident des EMB.  Foto: Richard

Romuald Schaber bleibt dabei. Ob als Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) oder als Präsident der Europäischen Dachorganisation European Milk Board (EMB): Der Allgäuer Milchviehhalter plädiert noch immer – oder wieder – für eine Nachfolgeregelung der Milchquote. Am Rande der Grünen Woche stellte Schaber gemeinsam mit Berufskollegen das „Marktverantwortungsprogramm“ vor, mit dem der europäische Milchmarkt vor dem Zusammenbruch geschützt werden soll.

Drei-Stufen-Programm

Basis des Programms soll ein Marktindex sein, der Produktnotierungen, Milchpreise und Erzeugungskosten zueinander ins Verhältnis setzt. Bei einem Wert von mehr als 100 sind die Erzeugungskosten gedeckt. Dann, so die EMB-Verantwortlichen, besteht kein Handlungsbedarf.

Sinkt der Marktindex aber unter einen Wert von 92,5, dann soll eine noch zu schaffende Monitoringstelle eine Frühwarnung aussprechen. Die private Lagerhaltung für Milchprodukte würde eröffnet, und außerdem soll es Anreizprogramme für zusätzlichen Milchverbrauch (Milch für Kälber usw.) geben.

Fällt der Index unter einen Wert von 85 %, soll offiziell die Marktkrise ausgerufen werden. Mittels einer Ausschreibung sollen Bauern dafür gewonnen werden, auf mindestens 5 % ihrer Produktion zu verzichten. Dafür würde ihnen ein Bonus gezahlt. Wer nach dem Ausrufen der Krise seine Milcherzeugung steigert, müsste dafür eine Strafabgabe bezahlen. In einem erläuternden Papier zum Marktverantwortungsprogramm wird ausgeführt, dass diese Abgabe 110 bis 120 % des Milchpreises betragen könnte.

2 bis 3 % sofort reduzieren

Als Finanzierungsinstrumente schlägt das EMB neben den Strafabgaben der Wachstumsbetriebe eine weitere Erzeugerumlage vor sowie einen staatlichen Krisenfonds.

Angesichts der seit Monaten fallenden Milcherzeugerpreise sehen Schaber und seine Freunde in anderen europäischen Ländern die Politik in der Pflicht, jetzt schnell etwas zur Stabilisierung des Milchmarktes zu tun. Die Folgen der Marktkrise seien dramatisch, die Erzeugung schon lange nicht mehr kostendeckend. Wenn Anfang April die Quotenregelung auslaufe, werde sich die Situation auf dem Markt weiter verschärfen. Das EMB fordert deshalb eine sofortige Senkung der Milchproduktion in der Europäischen Union um mindestens 2 bis 3 %, um das Milchangebot der Nachfrage anzupassen. ri