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Anbau an Dürre anpassen

Ackerbautag des Saatbauvereins Minden-Ravensberg-Lippe

In Ostwestfalen suchen Landwirte nach Lösungen für spezielle dürrebedingte Ackerbauprobleme. Der Saatbauverein tagte in Blomberg.

Dirk Höke (links) und Dirk Sprute, Pflanzenbauberater in Ostwestfalen-Lippe.

Die beiden aufeinanderfolgenden Dürren haben gezeigt, dass viele ackerbaulichen Anstrengungen vergeblich waren, wenn das Wasser gefehlt hat. Auf dem Ackerbautag des Saatbauvereins Minden-Ravensberg-Lippe in der vergangenen Woche haben die Referenten darauf hingewiesen, welchen Einfluss vor diesem Hintergrund die richtige Sortenwahl für einen Standort hat.

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In einem Punkt waren sich die Berater der Landwirtschaftskammer einig: Es kann keine allgemeingültige Empfehlung geben, die möglichen Ratschläge müssen zu den Bedingungen auf dem Betrieb passen. Heinrich Brockerhoff wies aber darauf hin, dass das Stickstoffangebot wegen der Beschränkungen durch die Düngeverordnung sinken wird. Gleichzeitig geht er davon aus, dass der Druck, besonders gesunde Sorten anzubauen, weiter steigt. Dafür sorgen die zunehmenden Resistenzen sowie das abnehmende Pflanzenschutzmittelangebot. So hält er es für wichtig, dass Weizensorten keine frühen Fungizidspritzungen benötigen und dass sie neben einem guten Ertrag noch mit anderen positiven Eigenschaften punkten.

Zu trockener Herbst 2018

Die sehr trockenen Bodenbedingungen im Herbst 2018 haben den Landwirten viele Schwierigkeiten bereitet. Dirk Höke, regionaler Pflanzenbauberater, berichtete, dass es gelegentlich an ausreichendem Bodenschluss mangelte. So kam es zu einem schlechten oder verzettelten Aufgang. In dem lockeren Boden war die Tiefenablage nicht immer optimal: Ein Teil der Körner lag zu tief im Boden, sodass die frischen Saaten den Vegeta­tionskegel erst mühsam heben mussten. Auf anderen Standorten war das Saatbeet nicht fein genug, weshalb die Körner nur unzureichend mit Boden bedeckt waren. Das verzögerte den Auflauf und war für die Herbizidanwendung problematisch.

Nach Einschätzung Hökes hat der kühle Mai selbst mit seinen geringen Niederschlägen dafür gesorgt, dass die Landwirte in Ostwestfalen eine sehr gute Wintergersten­ernte einfahren konnten. Die Erträge waren in der Regel besser als im Vorjahr, weil die Kulturen wegen der trockenen Bedingungen von Anfang an mit den Wurzeln tief nach unten wachsen mussten.

Der Zwergrost war wie 2018 das Hauptproblem in der Gerste, ließ sich aber gut behandeln. Höke hat festgestellt, dass Wintergerste sehr empfindlich auf Spätsaaten reagiert, da sie eine ausreichende Vorwinterentwicklung benötigt.

Aktuelle Fragen zum Raps

Da die Witterung nach wie vor zu trocken ist, wiederholen sich die Probleme des Vorjahres. Pflanzenbauberater Dirk Sprute berichtete, dass die Tiefenablage bei der Rapsaussaat häufig nicht befriedigen konnte, was zu verzetteltem Auflaufen geführt hat.

Nun warten die Landwirte auf ausreichenden Regen, damit die anstehenden Herbizidmaßnahmen gut wirken. Sprute wies darauf hin, dass er den Einsatz von Bodenherbiziden bei Temperaturen über 25 °C ablehnt, da zu viel Wirkstoff verdampft. Wenn optimale Einsatztermine anderer Mittel verstrichen sind, stellt das neue Produkt Belkar seiner Meinung nach eine echte Alternative dar. Leider ist die Verfügbarkeit etwas unsicher, sodass Landwirte sich frühzeitig darum kümmern sollten. Der Berater weist ausdrücklich darauf hin, dass das Mittel erst dann eingesetzt werden darf, wenn zwei Laubblätter voll entwickelt sind.

Um Ausfallgetreide frühzeitig aus dem Raps zu nehmen, hält er Kerb Flo für eine gute Wahl, da sich damit drohende Resistenzen verhindern lassen.

Auf Problemstandorten mit Ackerfuchsschwanz wirken nach Erfahrung des Beraters Herbizide nur im Herbst nicht ausreichend. Er empfiehlt deshalb eindringlich, über spätere Saattermine und/oder veränderte Fruchtfolgen nachzudenken. Er hat festgestellt, dass sich Windhalm und Rispe auf Feldern in Lippe weiter ausbreiten. Diese lassen sich aber gut mit z. B. Herold SC im Herbst bekämpfen.

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