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Ökoleguminosen enttäuschen Digital Plus

Körnerleguminosen gehören fest in Fruchtfolgen des Ökolandbaus. Deshalb ist es bitter, dass die Erträge der Ökolandessortenversuche für Hülsenfrüchte 2019 fast durchgängig sehr niedrig ausgefallen sind.

Im Gegensatz zu anderen Leguminosen haben zwei Anthracnose-resistente ­Sorten der Weißen Lupine mit guten Erträgen im Ökolandbau überzeugt.

Ackerbohnen, Lupinen sowie Soja zeigten in den Sortenversuchen bei Weitem nicht die normalen Erträge. Nur die Körnererbsen sahen 2019 wie 2018 wegen des Standortwechsels besser aus als in den Vorjahren. Ackerbohnen Die Ackerbohnen lieferten nur geringe Erträge (17,6 dt/ha) aber bei guten Proteingehalten (31,7 %). Fuego ist eine tanninhaltige, bunt blühende Sorte mit sehr guten, stabilen Erträgen, hohem TKG, aber eher weniger Protein. Positiv sind ein kürzerer Wuchs, Standfestigkeit und Blattgesundheit. Fanfare ist eine tanninhaltige Sorte mit 105 % im vierjährigen Ertragsmittel und durchschnittlichem Proteingehalt (30,6 %). Ertragsstärke und -stabilität überzeugen. Divine ist eine Vicin- und Convicinfreie, aber tanninhaltige Sorte mit eher geringeren Erträgen. Sie eignet sich als Geflügelfutter. Tiffany konkurriert wegen ähnlicher Glucosidwerte mit Divine, liegt aber ertraglich (103 %) wie beim Proteingehalt (31,5 %) deutlich besser. Eine sehr interessante und ertragsstabile Sorte. Taifun ist eine tanninarme Sorte für die Schweinefütterung. Ertrag und Wüchsigkeit sind unterdurchschnittlich, die Proteingehalte dagegen etwas überdurchschnittlich. Ertragsstarke Sorten mit einem Prüfjahr sind Trumpet (105 %), Daisy (108 %) und Stella (105 %). Körnererbsen Alvesta weist hohe und sehr stabile Erträge auf (108 %). Die Proteingehalte (23,1 %) liegen etwas unter dem Durchschnitt. Sie ist lang im Wuchs bei mittlerer Stabilität. Salamanca liegt ertraglich langjährig über dem Durchschnitt (105 %). Die Proteingehalte erreichen mittlere 24,3 %. Der lange Wuchs, eine gute Standfestigkeit

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Ackerbohnen, Lupinen sowie Soja zeigten in den Sortenversuchen bei Weitem nicht die normalen Erträge. Nur die Körnererbsen sahen 2019 wie 2018 wegen des Standortwechsels besser aus als in den Vorjahren. Ackerbohnen Die Ackerbohnen lieferten nur geringe Erträge (17,6 dt/ha) aber bei guten Proteingehalten (31,7 %). Fuego ist eine tanninhaltige, bunt blühende Sorte mit sehr guten, stabilen Erträgen, hohem TKG, aber eher weniger Protein. Positiv sind ein kürzerer Wuchs, Standfestigkeit und Blattgesundheit. Fanfare ist eine tanninhaltige Sorte mit 105 % im vierjährigen Ertragsmittel und durchschnittlichem Proteingehalt (30,6 %). Ertragsstärke und -stabilität überzeugen. Divine ist eine Vicin- und Convicinfreie, aber tanninhaltige Sorte mit eher geringeren Erträgen. Sie eignet sich als Geflügelfutter. Tiffany konkurriert wegen ähnlicher Glucosidwerte mit Divine, liegt aber ertraglich (103 %) wie beim Proteingehalt (31,5 %) deutlich besser. Eine sehr interessante und ertragsstabile Sorte. Taifun ist eine tanninarme Sorte für die Schweinefütterung. Ertrag und Wüchsigkeit sind unterdurchschnittlich, die Proteingehalte dagegen etwas überdurchschnittlich. Ertragsstarke Sorten mit einem Prüfjahr sind Trumpet (105 %), Daisy (108 %) und Stella (105 %). Körnererbsen Alvesta weist hohe und sehr stabile Erträge auf (108 %). Die Proteingehalte (23,1 %) liegen etwas unter dem Durchschnitt. Sie ist lang im Wuchs bei mittlerer Stabilität. Salamanca liegt ertraglich langjährig über dem Durchschnitt (105 %). Die Proteingehalte erreichen mittlere 24,3 %. Der lange Wuchs, eine gute Standfestigkeit und Wüchsigkeit zeichnen sie aus. Astronaute kommt im Mittel auf 101 % Relativertrag mit einem guten Proteinwert (24,5 %), ist standfest und lässt sich gut dreschen. Gambit schaffte 99 % Relativertrag mit guten 24,8 % Protein und ist frohwüchsig, teilweise mit Lager. Ein Gemengeanbau hätte Vorteile.Eine neue ertragsstarke Sorte scheint LG Ajax zu sein (105 %). Blaue Lupinen Die Blauen Lupinen kamen wegen technischer Probleme bei der Ernte nur auf 16,1 dt/ha. Der Ertrag liegt sonst bei 20 bis 30 dt/ha. Boregine ist sehr ertragsstabil mit über 100 % Relativertrag (2019 Druschprobleme), aber leichten Schwächen im Rohproteingehalt (32,1 %), guter Unkrautunterdrückung, etwas stärkerer Neigung zum Hülsenplatzen, verzögerter Strohabreife. Sie ist großkörnig. Probor hat mit die höchsten und stabilsten Erträge des Sortiments, überdurchschnittliche Rohproteingehalte (34,3 %), kleinkörnig, endständig, für bessere Standorte! Boruta ist relativ ertragssicher, bringt aber nur 91 % Relativertrag (unter den Verzweigungssorten) mit höherem Rohproteingehalt (33,4 %), reift gleichmäßig und sicher selbst auf besseren Böden ab. Weiße Lupinen Die Weißen Lupinen erreichten im Mittel nur 27 dt/ha, obwohl der Standort mehr erwarten lässt, wie 2018 mit 40,5 dt/ha. Die neu zugelassenen Anthracnose-toleranten Sorten Frieda und Celina verringern das Anbaurisiko deutlich. Energy verzweigt, Ertrag (102 %), niedrigerer Proteinwert (37,3 %), lang, sehr dicht mit guter Unkrautunterdrückung, für bessere Böden, hoher Wasserbedarf, sehr standfest, ertragreich, mittleres TKG. Feodora verzweigt, mittlerer Ertrag (94  %), hoher Proteingehalt (39,8 %), mittellang, sehr dicht mit guter Unkrautunterdrückung. Boros wächst endständig, geringere Erträge (86 %), bessere Proteingehalte (39,3 %), sehr kurz, mit vielen dicken Hülsen im Ansatz. Frieda ist Anthracnose-tolerant, guter Ertrag (106 %), geringere Proteingehalte (38 %), mittellang, sehr dicht mit hoher Unkrautunterdrückung, guter Standfestigkeit. Einsatz für die Humanernährung. Celina Anthracnose-tolerant, guter Ertrag (107 %), hohe Proteingehalte (39,5 %), mittellang, sehr dicht, unterdrückt Unkraut gut, eignet sich vorzugsweise als Futter. Sojabohnen Mit 24,3 dt/ha lagen die Sojabohnenerträge unter dem Durchschnitt, bei guten 39,4 %Protein.Für NRW ist die sehr frühe Reifegruppe 000 favorisiert. In dieser unterscheidet die Beschreibende Sortenliste aus Österreich schnellere (Reifegruppe 1) bis zu langsameren Sorten (Reifegruppe 4). Grenzstandorte wie das Münsterland (Reifegruppe 2): Hier passen Sorten mit schneller Jugendentwicklung und sicherer Abreife. Die Sorte der Wahl ist Merlin (mittlerer Ertrag und Proteingehalt). Außerdem anbauwürdig ist Obelix (besserer Ertrag, mehr Eiweiß). Eine neue vielversprechende Sorte ist GL Melanie (Relativertrag 107 dt/ha, Proteingehalt 39,3 %). Bessere Lagen wie der Niederrhein (Reifegruppe 3): Sultana (höherer Ertrag und Proteingehalt) passt hier gut wie alle vorher genannten Sorten. Neben Protibus ziehen weitere Qualitätssortenmit mehr Eiweiß nach: Viola istinte­ressant (108 % Relativertrag, 40,8 % Proteingehalt). Stamm Taifun 8, eine Züchtung für nördliche Standorte, hat sehr hohe Proteingehalte mit 44 % im ersten Jahr, liegt ertraglich aber zurück (95 %). Beste Lagen wie Köln-Aachener Bucht (Reifegruppe 4): Hier können Tourmaline (hoher Ertrag und Proteingehalt), Herta PZO (guter Ertrag, sehr hoher Proteingehalt), Amadea (sehr hoher Ertrag, mittlerer Eiweißwert) und Amarok (guter Relativertrag 101 %, höhere Proteingehalte 41,1 %) anbauwürdig sein, wie auch alle oben genannten Sorten. Neue Sorten wie Coraline und Arcardia haben gute Erträge (105 und 106 %), aber geringere Proteingehalte. Mehr zum Thema: