Wolf in Niedersachsen

NABU: Abschuss ist keine Lösung

Die Landesregierung Niedersachsen plant eine Aufnahme des Wolfes in das niedersächsische Jagdgesetz. Welche Position vertritt der NABU Niedersachsen?

Die Landesregierung Niedersachsen plant eine Aufnahme des Wolfes in das niedersächsische Jagdgesetz. Welche Position vertritt der NABU Niedersachsen? Dr. Holger Buschmann, Landesvorsitzender, sagt:

„Die Aufnahme des Wolfes in das niedersächsische Jagdgesetz ist wirkungslos und rechtlich fragwürdig: Der Wolf ist und bleibt durch internationale und nationale Gesetze streng geschützt. In der Europäischen Union unterliegt er den Anhängen II und IV der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie. Auf Bundesebene ist der Wolf durch das Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Er hat damit den höchstmöglichen Schutzstatus. Auch die Aufnahme des Wolfes ins Jagdgesetz wird daran nichts ändern und Ausnahmegenehmigungen bedürfen immer einer konkreten Begründung.

Die Aufnahme ins Jagdrecht führt nicht dazu, dass Wölfe nicht mehr nach Artenschutzrecht geschützt sind. Der Wolf würde einer ganzjährigen Schonzeit unterliegen. Bei Entnahme eines Wolfes mit auffälligem Verhalten käme es zu Doppelzuständigkeiten von Landwirtschaftsministerium (Jagdrecht) sowie Umweltministerium (Naturschutzrecht), welche das Wolfsmanagement noch verkomplizieren und hinauszögern könnten. Zugleich stellen Wolfsabschüsse keinen Herdenschutz dar und schützen Weidetiere nicht vor Rissen. Im Gegenteil können diese die Situation sogar verschlimmern, da durch Abschüsse Rudelstrukturen zerstört werden. Das würde sogar zu einem Anstieg der Nutztierrisszahlen führen, weil ungeschützte Nutztiere in der Regel leichter zu erbeuten sind als wilde Tiere. Zudem ist es wissenschaftlich nachgewiesen, dass der Abschuss von Wölfen erst dann mit einer verringerten Nutztierrisszahl einhergeht, wenn die Art wieder ausgerottet wird. Für Nutztierhalter besteht daher nur die Alternative des Herdenschutzes.“

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