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Wald und Holz

Die heimische Waldwirtschaft ist eine der leistungsfähigsten und nachhaltigsten der Welt. Damit das so bleibt, muss Minister Remmel seine Forstbeamten den Namen "Landesbetrieb Wald und Holz“ wieder wörtlich nehmen lassen.

Kevin Schlotmann.

Mit dem Begriff „Wald“ verbindet die Mehrheit der Bevölkerung heutzutage frische Luft oder die Erinnerung an den zurückliegenden Sonntagsspaziergang. Andere verknüpfen mit ihm das Areal praktizierten Naturschutzes, wo Wisent, Wolf und Wiesel in einer familienähnlichen Gemeinschaft zusammenleben. Die vorrangige Funktion des Waldes, Holz zu produzieren, rückt zunehmend in den Hintergrund. In den Köpfen einiger Mitbürger ist die Forstwirtschaft bereits völlig verschwunden.

Der Forstminister Johannes Remmel trägt mit seiner Politik zur „Abkehr“ von der herkömmlichen Waldbewirtschaftung bei. Die Holzproduktion kommt zu kurz bei der unermüdlichen Predigt, Wildnisgebiete auszuweiten und Wälder stillzulegen. Indes ignoriert der oberste Förster Nordrhein-Westfalens völlig, dass die Bewirtschaftung des Waldes Haupt- oder Nebeneinkunft von rund 30 .000 Forstbetrieben allein in NRW ist. Jeder stillgelegte Hektar bedeutet Einkommens­einbußen. Aber im Gegensatz zu den Waldbauern kann der Minister, dessen Mittel an 124 .000 ha Staatswald hängen, die Verluste aus fehlenden Verkaufserlösen durch Steuergelder decken.

Das gesteckte Ziel, die Artenvielfalt zu erhöhen, erreicht Remmel mit dem Konzept „Wälder sich selbst überlassen“ jedenfalls nicht: Denn der bewirtschaftete, mehrschichtige Dauerwald ist um ein Vielfaches reicher an Tier- und Pflanzenarten als der ausgedunkelte Buchenurwald, wie er in der Wunschvorstellung des Grünen-Politikers vorkommt. Das belegen Forschungsergebnisse unter anderem von Wissenschaftlern der Universität Göttingen und der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt. Obendrein trägt die Holznutzung zum Klimaschutz bei. Das hielt der Wissenschaftliche Beirat für Waldpolitik vor Kurzem in einem Gutachten an das Bundeslandwirtschaftsministerium fest.

Fachleute können dabei nur fassungslos den Kopf schütteln, wenn der Minister seinen „Waldnaturschutz“ ausgerechnet mit dem Wort „Nachhaltigkeit“ bewirbt. Schließlich prägte Hans Carl von Carlowitz 1713 den Begriff und beschrieb mit ihm sein Ideal vom Nutzen des Waldes.

Die heimische Waldwirtschaft ist eine der leistungsfähigsten und nachhaltigsten der Welt. Damit das so bleibt, muss Johannes Remmel seine Forstbeamten den Namen Landesbetrieb „Wald und Holz“ wieder wörtlich nehmen lassen. Statt öffentlichkeitswirksam das Vorkommen geschützter Arten beweisen zu müssen, sollten sie Forstwirtschaft betreiben dürfen. Gerade das schafft Lebensraum für schützenswerte Baum­arten wie Elsbeere, Eibe und Eiche.

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