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Ackerbau

DLG-Feldtage zeigen Innovationen

Etwa 20 000 Besucher nutzten die DLG-Feldtage im Internationalen DLG-Pflanzenbauzentrum in Bernburg, um ihren Betrieb fit für die Zukunft zu machen. Veranstalter, Aussteller und Besucher waren mit dem Verlauf und dem Ergebnis zufrieden.

Auf vielen Ständen im Versuchsfeld präsentierten die Züchter zahlreiche neue Sorten. 

Am Donnerstag dieser Woche endeten im DLG-Pflanzenbauzentrum in Bernburg die DLG-Feldtage. Aussteller und Besucher konnten an allen drei Tagen die Zeit bei meist sonnigem Wetter und durchschnittlichen Temperaturen nutzen, um sich über neue Sorten und Anbauverfahren zu informieren. Etwa 20.000 Besucher, 2000 weniger als vor zwei Jahren, davon etwa ein Drittel aus den östlichen Bundesländern, nutzten das Angebot.

Blick aus dem All

Neben den Sortendemonstrationen der Züchterhäuser wurden viele Bereiche des Ackerbaus – Düngung, Pflanzenschutz und Precision Farming – gezeigt. So wurden auf vielen Ständen Lösungen zum teilflächenspezifischen Pflanzenbau präsentiert. Dies beginnt bei der Nutzung von Satellitendaten aus dem All, um die Ackerflächen optimal teilflächenspezifisch düngen zu können. Die von Satelliten erstellten Biomassebilder helfen auch, den Pflanzenschutz zu optimieren. Neue Lösungen, die eine teilflächenspezifische Dosierung der Wirkstoffe in Abhängigkeit vom Krankheitsbefall ermöglichen, sind bereits in der Entwicklung und sollen ab 2019 zur Verfügung stehen.

Aber nicht nur das: Ein Blick aus dem All zeigt zukünftig auch den optimalen Zeitpunkt für die Mais­ernte an. Mithilfe von Satellitenbildern kann der optimale Zeitpunkt für die Ernte von Silomais bestimmt werden. Die neue Lösung erkennt mithilfe der Bilder den Trockensubstanzgehalt der Pflanzen und informiert den Landwirt per Mail, wann der richtige Zeitpunkt für die Ernte ist.

Pflanzenschutz in der Kritik

Zunehmend in der Kritik steht der chemische Pflanzenschutz. Für den Schutz der Pflanzen wichtige Wirkstoffe werden nicht zugelassen oder verboten, neue Produkte – wenn überhaupt – verspätet zugelassen und der Landwirt sieht sich zunehmend der Kritik der Gesellschaft ausgesetzt. Dies unterstrich auch der DLG-Präsident Hubertus Paetow bei der Eröffnung der Veranstaltung. Er forderte ein Umdenken in der Politik. „Es kann nicht sein, dass wir über das Verbot eines einzelnen Pflanzenschutzmittels diskutieren. Es gibt Wichtigeres. Gesellschaftliches Ziel muss es sein, die Biodiversität zu erhalten, Ökosysteme zu schaffen und gesunde Lebensmittel zu produzieren.“

Auf vielen Ständen kritisiert wurde die schleppende Zulassung bzw. der Verlust wichtiger Wirkstoffe im Pflanzenschutz. Dies wird über kurz oder lang dazu führen, dass die Pflanzen nicht mehr ausreichend vor Krankheiten geschützt werden können.

Interesse am Ökolandbau

Auch das erstmals auf den DLG-Feldtagen präsentierte Informationsangebot zum Ökolandbau fand unter den Besuchern große Beachtung. An den Ständen wurde intensiv diskutiert, auch konventionelle Landwirte informierten sich an den Ständen der Hersteller. Das zeigt zum einen, dass die DLG mit dem Thema „den richtigen Riecher hatte“. Zum anderen beweist es, dass ökologische und konventionelle Landwirtschaft viel voneinander lernen können und zunehmend zusammenwachsen.

Die nächsten DLG-Feldtage finden vom 16. bis 18. Juni 2020 auf Gut Brockhoff in Erwitte/Lippstadt in Nordrhein-Westfalen statt.

Einen ausführlichen Bericht über interessante Neuheiten auf den DLG-Feldtagen finden Sie im Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben in Folge vom 21. Juni 2018.