Kontrovers: Pro und Contra

Pflanzendrink statt Kuhmilch: Ökologisch, nachhaltig - oder nur chic?

Unser Schwerpunkt in Folge 44 hat eine Debatte ausgelöst: Wie ökologisch und nachhaltig sind die Getränke aus Hafer, Soja oder Mandeln? Ein Haferdrink-Hersteller und ein Landwirt sagen ihre Meinung.

PRO: PAAVO GÜNTHER (Gründer und geschäftsführender Vorstand der Havelmi eG in Brandenburg an der Havel)

Vegane und konventionelle tierische Produkte haben Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten. Beide wollen Menschen ernähren. Wie Kuhmilch befriedigen Haferdrinks und Co. das Bedürfnis nach gehaltvollen Getränken, die sich zur Nutzung im Kaffee, Müsli, zum Kochen oder Backen eignen. Fast nie trinken Konsumenten Milch(-alternativen) pur, weshalb Diskussionen über abweichende Nährstoffmengen vollkommen praxisfern sind.

Vegane Produkte unterscheiden sich vor allem in der Auswahl und Qualität der Grundzutat – Hafer, Nüsse, Soja usw. – und bei den Zusatzstoffen. Auch im Pflanzendrinkmarkt existieren verschiedene Konzepte zwischen Global Player mit ultrahocherhitzten Getränkekarton-Varianten und regionalen Bio­produzenten mit Frischeprodukten in Mehrwegglasflaschen. Klar ist: Grundlegende Prinzipien nachhaltigen Wirtschaftens – zum Beispiel Regionalität, Stoffkreisläufe, reduzierter Ressourcenverbrauch – sind auf alle Produkte anwendbar. Deshalb ist der Anbau von Rohstoffen für vegane Produkte eine große Chance für die Landwirtschaft.

Unzweifelhaft bleibt, dass Verbraucher mit einer regionalen, saisonalen, veganen und bestenfalls subsistenten Ernährung den größten Hebel ansetzen können....


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