Statistik: Landwirtschaftszählung in Deutschland

Landwirtschaft seit 2010: Jeder achte Betrieb hat aufgegeben

Das Statistische Bundesamt hat die Ergebnisse der aktuellen Landwirtschaftszählung vorgelegt: Die Konzentration der Betriebe geht weiter, der Öko-Landbau ist gewachsen.

Jeder achte landwirtschaftliche Betrieb in Deutschland hat in den zurückliegenden zehn Jahren die Landwirtschaft aufgegeben. Das geht aus der bundesweiten Landwirtschaftszählung hervor, die alle zehn Jahre durchgeführt wird. Die jüngsten Ergebnisse für das Jahr 2020 hat nun das Statistische Bundesamt veröffentlicht. Demnach gibt es derzeit in Deutschland 263.500 landwirtschaftliche Betriebe. Das sind 35.600 weniger als 2010 - rechnerisch ergibt sich ein Rückgang um 12 %.

Weitgehend konstant geblieben ist die landwirtschaftlich genutzte Fläche. Sie umfasst 16,6 Mio. ha, 1 % weniger als noch 2010. Die Fläche wird zu 70 % als Ackerland, zu 29 % als Dauergrünland bewirtschaftet, der Rest (1 %) dient Dauerkulturen.

Gleiche Fläche, abnehmende Betriebszahl: Daran ist schon die Tendenz zur Konzentration und weiteren Vergrößerung der Betriebe abzulesen. Näheres belegen die weiteren Ergebnisse in Kurzfassung:

  • Die durchschnittliche Größe der Betriebe hat sich weiter erhöht: von 56 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche (2010) auf heute 63 ha.
  • Rund 38.100 Betriebe bewirtschaften mehr als 100 ha Fläche. Zum Vergleich: 2010 waren es noch 33.500 Betriebe.
  • Gut zwei Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche werden von 14 % der Betriebe bewirtschaftet.

Tierhaltung konzentriert

Der Strukturwandel und die Konzentration zeichnet sich auch in der Tierhaltung ab. Zum Stichtag 1. März 2020 wurden den Angaben des Bundesamtes zufolge in 167.900 Betrieben Tiere gehalten; der Anteil ging von 73 % (2010) auf 64 % zurück.

Die Anzahl der Veredlungsbetriebe verringerte sich um 22 %, während sich der Rückgang bei den Großvieheinheiten auf 7 % belief. Besonders deutlich zeigte sich diese Entwicklung in der Schweinehaltung. Laut Destatis ist die Zahl der Betriebe mit Schweinen in den vergangenen zehn Jahren um 47 % auf 32.100 zurückgegangen, während der Schweinebestand im gleichen Zeitraum um nur 4 % auf 26,6 Millionen Tiere abnahm.

Ein Zehntel Ökolandbau

Weiter an Bedeutung gewonnen hat der Ökolandbau. Laut Statistischem Bundesamt wirtschaften 26.400 Betriebe nach biologischen Kriterien; das sind 9.900 mehr als zehn Jahre zuvor. Bezogen auf die gesamte Landwirtschaft ist der Anteil um 4 Prozentpunkte auf heute 10 % der Betriebe gestiegen.

Der Ökolandbau bewirtschaftet insgesamt mehr als 1,6 Mio. ha. Das entspricht einem Anteil an der Gesamtfläche von 9,6 %. Zum Vergleich: 2010 lag der Anteil noch bei 5,6 %.

Die Zahl der Ökobetriebe mit Tierhaltung ist um 43 % auf 17.500 gestiegen. Demnach werden Rinder auf 13.300, Geflügel auf 5.600 und Schweine auf 1.700 Biohöfen gehalten.

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