Heinen-Esser offen für Existenzgründungsprämie

Die Jugendverbände der Landwirtschaft in NRW fordern eine Existenzgründungsprämie. In einem ersten Gespräch zeigte sich die NRW-Landwirtschaftsministerin offen für die Forderung.

Die Jugendverbände der Landwirtschaft in NRW fordern eine Existenzgründungsprämie. So sollen Landwirtinnen und Landwirte bei der ersten Niederlassung bis zu 70000 € Förderung aus der zweiten Säule der GAP erhalten. Nachweisen müssen sie eine solide Wirtschaftsplanung, sowie Innovationen im Bereich Umweltschutz-und Tierwohl.

Am vergangenen Dienstag trafen sie sich mit der NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser. Die Ministerin zeigte sich offen für die Forderung der Jugend: „Das Thema Existenzgründungsprämie greifen wir gerne auf und werden prüfen, ob perspektivisch ein Förderangebot, insbesondere für außerfamiliäre Hofübergaben, geschaffen werden kann.“

Für Philipp Sander, dem Vorsitzenden des Rings der Landjugend, würden durch die Prämie im Unterschied zur aktuellen flächengebunden Prämien, kleinere und mittlere Betriebe stärker profitieren. „Wir als junge Landwirte stehen Veränderungen in der Landwirtschaft offen und positiv gegenüber, dafür brauchen wir allerdings echte Zukunftsperspektiven“, sagt der Landwirt aus Salzkotten im Kreis Paderborn.

Außerfamiliäre Hofnachfolge

Simon Marx, Vorsitzender des Jungen Bioland, unterstrich die hohe Notwendigkeit einer Existenzgründungsprämie. „Im Jahr 2020 war auf über 8000 Betrieben in NRW die Betriebsnachfolge nicht geklärt. Wenn wir eine vielfältige, bäuerliche Landwirtschaft erhalten wollen, müssen wir neben den klassischen innerfamiliären Betriebsübergaben, insbesondere Perspektiven und Möglichkeiten auch im Bereich der außerfamiliären Hofnachfolge ermöglichen. Diese sind in der Regel aber deutlich komplizierter in der Umsetzung“, sagte er.

Beim Treffen besprach sie Fragen zur erwartenden Antragstellungen sowie zum notwendigen Budget und der konkreten Ausgestaltung der Förderrichtlinie. Phillip Brändle, der die junge AbL auf dem Treffen vertrat, zeigte sich im Nachgang optimistisch, dass diese Hürden gemeinsam genommen werden können. „Wenn der politische Wille da ist, lassen sich diese Fragen aus meiner Sicht lösen. Bezüglich der Finanzierung könnten zum Beispiel die steigenden Mittel aus der Umschichtung in die zweite Säule genutzt werden. “

Lesen Sie mehr

Der Ring der Landjugend setzt sich für eine Prämie zur Existenzgründung ein. Maximal 70000€, über fünf Jahre gezahlt, sollen den Einstieg in die Landwirtschaft erleichtern.

Die Jugendverbände der Landwirtschaft fordern gemeinsam eine Prämie für Junglandwirte in NRW. Ministerin Heinen-Esser lädt zum Gespräch.