Erntedankfest in Düsseldorf: „Oberstes Gebot ist Wertschätzung“

Lebensmittel und diejenigen, die sie erzeugen, wertschätzen – nicht nur an Erntedank. Ursula Heinen-Esser hat zum Erntedankfest eine breite Unterstützung für die Landwirtschaft eingefordert.

NRWs Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser hat gestern (5. Oktober 2021) im Rahmen des Erntedankempfangs der Landesregierung in Düsseldorf auf die Herausforderungen der Land- und Ernährungswirtschaft verwiesen. „Der Klimawandel, Anforderungen an den Umwelt- und Tierschutz und unsichere Absatzmärkte und Verbrauchererwartungen erfordern Anpassungen“, betonte die Ressortchefin. Die Branche sei dazu bereit. Heinen-Esser machte aber ebenso deutlich: „Das oberste Gebot ist Wertschätzung. Die müssen wir unseren Lebensmitteln und denjenigen, die sie erzeugen, nicht nur an Erntedank entgegenbringen.“

Das oberste Gebot ist Wertschätzung.“ (Ursula Heinen-Esser)

Nicht zum Nulltarif

Mit Blick auf den Umbau der viehhaltenden Betriebe stellte die Ressortchefin fest: „Ich erlebe eine große Bereitschaft in der Branche, Veränderungen anzunehmen und anzugehen.“ Das Zukunftsprojekt brauche jedoch eine breite gesellschaftliche Unterstützung. Denn: „Mehr Umwelt- und Tierschutz gibt es nicht zum Nulltarif. Ohne Wertschätzung keine Wertschöpfung. Produktqualität muss neu definiert und entsprechend honoriert werden.“

Anlass zur Sorge böte derzeit die Lage der schweinehaltenden Betriebe. Aufgrund anhaltend niedriger Preise bei gleichzeitig steigenden Kosten sind in vielen Betrieben die Reserven aufgebraucht, so Heinen-Esser.

Ohne Wertschätzung keine Wertschöpfung.“ (Ursula Heinen-Esser)

Futterreserven wieder gefüllt

Indes haben sich die Hoffnungen der nordrhein-westfälischen Landwirtschaft, nach drei Trockenjahren in diesem Jahr wieder eine überdurchschnittliche Getreideernte einzufahren, nicht erfüllt:

  • Mit einem Ertrag von 7,23 Tonnen je Hektar liegt die Getreideernte in Nordrhein-Westfalen um 4,2 Prozent unter den Ergebnissen des Vorjahres und fünf Prozent unter dem mehrjährigen Durchschnitt (2015-2020).
  • Bei Kartoffeln ist die Ernte noch nicht abgeschlossen, die Erwartung entspricht mit rund 46 Tonnen pro Hektar in etwa dem Vorjahresergebnis.
  • Auch bei Zuckerrüben wird aktuell von einer durchschnittlichen Ernte ausgegangen. „Positiv ist, dass die in den Vorjahren trockenheitsbedingt in vielen viehhaltenden Betrieben aufgebrauchten Futterreserven wieder aufgefüllt werden konnten.
  • Enorme Wuchshöhen beim Mais versprechen eine gute Ernte an Silomais“, sagte die Ministerin.

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