Schutz des Trinkwassers

Bewährte Kooperation: NRW will Wasserschutz ausbauen

Ministerin Heinen-Esser, Wasserwirtschaft, Landwirtschaftskammer und die beiden Landwirtschaftsverbände in NRW haben ein neues 12-Punkte-Programm zum Wasserschutz unterzeichnet.

Am 27. Juni 1989 hatten Landwirte, Gärtner, Wasserwirtschaft und der damalige SPD-Minister Klaus Matthiesen ein Kooperationsmodell zum Wasserschutz in NRW vereinbart. Es hat sich bewährt. Heute arbeiten 11.700 Landwirte und Gärtner sowie 160 Wasserversorger in 116 Kooperationen zusammen, um das Trinkwasser vor schädlichen Einträgen zu schützen. 76 Wasserberater, bezahlt von den Wasserversorgern und angestellt bei der Landwirtschaftskammer NRW, setzen mit den Bauern die Schutzkonzepte um.

„Flächendeckend sind die Nährstoffeinträge in das Trinkwasser zurückgegangen,“ lobte Ursula Heinen-Esser am Montag dieser Woche die Akteure. Anlässlich des Weltwassertages wurde das neue 12-Punkte-Programm zum kooperativen Wasserschutz in NRW unterzeichnet von

  • NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser,
  • RLV-Präsident Bernhard Conzen,
  • WLV-Präsident Hubertus Beringmeier,
  • Prof. Dr. Lothar Scheuer vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft und
  • Karl Werring, Präsident der Landwirtschaftskammer NRW.

Den Klimawandel im Blick

Düsseldorf wolle das Kooperationsmodell mit Blick auf den Klimawandel weiter ausbauen, sagte Heinen-Esser. Wichtigstes Ziel bleibe es, die 18 Mio. Menschen in NRW mit ausreichend Trinkwasser in bester Qualität zu versorgen. Drei trockene Sommer in Folge, teils heftige Starkregen sowie sinkende Grundwasserstände seien Alarmsignale, auf die man Antworten finden müsse.

Derzeit liegt etwa ein Drittel der NRW-Agrarfläche, rund 500 .000 ha, in Kooperationsgebieten. Hier machen nahezu alle Landwirte in den Kooperationen mit. Doch Gewässerschutz hört an den Grenzen nicht auf. Das zeigen die Karten des Landesumweltamtes mit den roten Grundwasserkörpern. Deshalb wollen Düsseldorf und die Landwirtschaftskammer NRW ihr Erfolgsmodell zum Wasserschutz auf Flächen außerhalb ausweiten, zunächst eventuell auf zwei Landkreise (Wesel, Coesfeld) und später auf das ganze Land NRW.

Erste Vorbereitungen für die Ausweitung laufen. Darauf wies Kammerdirektor Dr. Martin Berges hin. Wie viele zusätzliche Wasserberater/-innen die Kammer benötigt und was das Ganze kostet, dazu konnte Berges nichts sagen. Doch Heinen-Esser versprach: „Wir stellen zusätzliche Mittel bereit.“

„Uns helfen Innovationen“

Laut Präsident Conzen hat sich das Kooperationsmodell zu einem Innovationstreiber entwickelt. Zum Beispiel haben sich flächendeckende und wiederholte Stickstoff-Bodenproben, ein kurzer Zwischenfruchtanbau nach Getreide/Winterraps und vor Winterweizen oder eine neue Methode der Temperaturmessung zur Bestimmung des Vegetationsbeginnes im Frühjahr als sehr erfolgreich herausgestellt.

Auch in Zukunft setzten Landwirte auf Innovationen, zum Beispiel müssten Nährstoffe und Pflanzenschutzmittel zielgenau mithilfe von Bodenscannern an die Pflanzen kommen. „Das Land NRW und die Wasserversorger müssen uns auf dem Weg zu noch mehr Wasserschutz dauerhaft unterstützen. Dann wird auch das neue 12-Punkte-Programm ein Erfolg.“

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Der Gutsbetrieb Fürstenberg im Kreis Paderborn düngt seine Flächen seit rund zehn Jahren mit Gülle und Gärsubstrat aus mehreren Partnerbetrieben. Der Bodenfruchtbarkeit hat der organische...

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