Landtagswahl in NRW

Aktionsbündnis: Was der ländlichen Raum braucht

16 Verbände der Agrar-, Wald- und Gartenbauwirtschaft fordern: Es muss eine Infrastruktur für „eine regionale und klimafreundliche Versorgung mit lokal erzeugten Produkten“ gefördert werden.

Eine ökonomisch, ökologisch und sozial ausgerichtete Landwirtschaft könne ihren Beitrag zu Klimaschutz, Biodiversität und Tierwohl nur erbringen, wenn sie von der Politik und der Gesellschaft unterstützt werde. So heißt es in einem Positionspapier des „Aktionsbündnisses Ländlicher Raum“ zur Landtagswahl im Mai in Nordrhein-Westfalen, das am Mittwoch beim „Politischen Waldbauerntag“ in Werl vorgestellt worden ist. 16 Verbände der Agrar-, Wald-, Gartenbau- und Ernährungswirtschaft fordern in dem Papier

    eine Berücksichtigung in politischen Entscheidungsprozessen,den Vorrang kooperativer Lösungen vor Ordnungsrecht sowieRespekt und Schutz des Eigentums an Grund und Boden.

Es müsse eine Infrastruktur gefördert werden, die „eine regionale und klimafreundliche Versorgung mit lokal erzeugten Produkten“ sicherstelle. Außerdem solle die Schlüsselrolle des ländlichen Raumes beim Ausbau erneuerbarer Energien anerkannt werden. Hier sollten Hürden in Genehmigungsverfahren abgebaut werden. Auch ein „Artenschutz mit Augenmaß" wird gefordert, „um etwa Weidetiere vor Übergriffen durch Wölfe zu schützen“.

NRW: "Durch und durch ländlich geprägt"

Nordrhein-Westfalen sei "nicht nur städtischer Ballungsraum, sondern durch und durch ländlich geprägt", heißt es in dem Papier. 1,6 Mio. ha Agrarfläche, 930.000 ha Wald und 60.000 ha Wasserfläche stellten zusammen rund drei Viertel des Landesgebietes. Intakte ländliche Regionen bildeten "die Grundlage für ein gutes Leben der gesamten Bevölkerung".

Im "Aktionsbündnis ländlicher Raum" sind 16 Organisationen in NRW zusammengeschlossen, um die Interessen von Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau, Jagd, Fischerei und Grundeigentum zu vertreten. Vertreten sind unter anderem die Landwirtschafts-, Landfrauen- und Landjugendverbände im Rheinland und in Westfalen-Lippe, der Waldbauern- und der Landesjagdverband, der Fischereiverband NRW sowie der Landesverband Gartenbau NRW. Das Aktionsbündnis vertritt nach eigenen Angaben insgesamt mehr als 500.000 Mitglieder.

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