Wie geht’s weiter mit dem Raps?

Die Rapsanbaufläche ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Gründe waren unbefriedigende Erträge und schlechte Preise. Doch in diesem Jahr liegen die Erträge endlich wieder auf einem erfreulichen Niveau.

Die Mitglieder des WLV-Ausschusses Pflanzliche Erzeugnisse konnten in der Erntebefragung von Rapserträgen in der Spitze mit 40 bis 45dt/ha berichten. Sie erwarten nun, dass die Anbaufläche wieder leicht ansteigt. Dieter Bockey, Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP), teilt diese Einschätzung. Er geht davon aus, dass die Rapsanbauer in Deutschland etwa 3,2 Mio. t Raps geerntet haben. Da die Kapazität der hier ansässigen Ölmühlen aber 9 Mio.t beträgt, müssen zwei Drittel des Verbrauchs eingeführt werden, vor allem aus der Ukraine, aber auch aus Australien. Bockey hofft nun, dass es bis zur Aussaat genügend regnet. Trotzdem begrenzen die klimatischen Bedingungen die potenzielle Aussaatfläche.

Klimaschutz mit Raps

Für den UFOP-Vertreter gehört natürlich Rapsöl zu den Rohstoffen für Biodiesel, um das Klima zu schützen. Aber die Landwirtschaft selbst ist an den CO2-Emissionen beteiligt und muss bis 2030 den Ausstoß um etwa ein Sechstel verringern. Dafür sieht Bockey zwei wichtige Punkte: Senkung der Stickstoffüberschüsse mit geringerem Mineraldüngereinsatz sowie Humuserhalt und Humusaufbau im Ackerland. Allerdings beklagt er, dass der Forst wegen der enormen Klima-bedingten Waldschäden als CO2-Senke fast wegfällt.

Bockey ist nicht einverstanden mit dem Verbot der neonicoiden Beizen im Raps, da sie nur dazu geführt haben, dass Landwirte mehr Maßnahmen mit der Pflanzenschutzspritze durchführen müssen. Das beurteilt er aber als höchst problematisch, da nur wenige Insektizide zur Verfügung stehen. Es freut ihn aber, dass Investitionen in Dropleg-Düsen für die Blütenbehandlung gefördert werden.

Ackerbaustrategie 2020

Bockey erwartet, dass das Bundeslandwirtschaftsministerium die „Ackerbaustrategie 2035“ noch 2020 im Kabinett verabschieden möchte, damit sie nicht Thema im Bundestagswahlkampf wird. Die Ressortabstimmung soll im Herbst starten. Daher engagiert sich UFOP für seine „10+10“-Strategie. Danach sollen 10% der Ackerfläche mit Raps bestellt werden und weitere 10% mit Soja, Erbsen, Bohnen und Süßlupinen. Die so gestalteten Fruchtfolgen sollen zum Erreichen der Klimaschutzziele im Bereich Landwirtschaft beitragen.

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