Zuckerrüben

Schützen Blühstreifen Zuckerrüben vor Blattläusen?

Ohne neonicotinoide Beizen in Rüben nimmt die Angst vor Vergilbungsviren zu. Ein Versuch soll nun zeigen, ob Blühstreifen - als Lebensraum für Nützlinge - eine Verbreitung virusübertragender Läuse eindämmen können.

Können spezielle Blühstreifen Zuckerrüben vor Vergilbungsviren schützen, indem sie als Lebensraum für Blattlausfressende Insekten dienen? Dieser Frage sind die Landwirtschaftskammer NRW und Pfeifer & Langen nachgegangen. Pfeifer & Langen hat über die Ergebnisse im heutigen Pressegespräch berichtet.

Attraktive Blühmischung

Die Versuchsansteller haben im Herbst 2019 an einem Rübenfeld im Raum Euskirchen einen 6m breiten Blühstreifen ausgesät. Die Mischung beinhaltete die Pflanzen: Kamille, Klatschmohn, Ringelblume, Kornblume, Winterwicke und Wiesenklee. „Die Blühmischung haben wir selbst zusammengestellt“, sagte Sören Schilasky, Mitarbeiter des Landwirtschaftlichen Informationsdienst Zuckerrübe (LIZ). Entscheidend war dabei die Attraktivität der Pflanzen für Nützlinge.

Ziel des Blühstreifens ist es also, ein interessantes Habitat für die natürlichen Feinden zu schaffen. Von diesem Rückzugsort sollen sie den Blattläusen im angrenzenden Rübenfeld den Kampf ansagen. Die Folge: Einsparungen von Pflanzenschutzmitteln.

Blühstreifen unterdrücken Blattlauspopulation

Das Fazit von Schilasky lautet: „In direkter Nähe des Blühstreifens (1 bis 5m) haben sich keine Blattlauspopulationen entwickelt. Das heißt, hier wurden offensichtlich die Blattläuse unterdrückt." Vor allem der Marienkäfer habe hier als Helfer gewirkt, erklärte der Fachmann. Ab einem Abstand von 10 m bis hin zu 50 m hat die Zahl der Blattläuse allerdings zugenommen. Der Blühstreifeneffekt war somit ab einer gewissen Entfernung nicht mehr vorhanden.

Kein Allheilmittel gegen Blattläuse

„Wir werden in Zukunft sicherlich die Blattlauspopulation mit dem Blühstreifenverfahren unterdrücken können. Ich glaube aber nicht, dass wir in naher Zukunft um Insektizidbehandlungen drumherum kommen werden.“ Eine Kombinationsstrategie erachtet der Experte aber als sinnvoll. So ließen sich eventuell Überfahrten und Pflanzenschutzmittel einsparen. Denn vor dem Hintergrund der öffentlichen Diskussion um den Pflanzenschutz, werden alternative Ansätze der Schädlingsbekämpfung für die Landwirtschaft zunehmend wichtiger.

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