Pflanzenbau aktuell

Kartoffeln: Unkrautbekämpfung

Nicht immer ist es möglich, Kartoffelbestände im Vorauflauf „sauber“ zu bekommen. Auch Spätverunkrautung spielt eine zunehmende Rolle. Welche Möglichkeiten bleiben im Nachauflauf?

Beim Anbau von Speisesorten setzen Landwirte immer häufiger auf blattärmere Qualitätssorten, die in der Regel einen geringeren N-Bedarf haben. Da Sorten mit geringerem Krautwuchs eine schwächere Konkurrenzleistung gegenüber Unkräutern haben, gewinnt das Thema Spätverunkrautung an Bedeutung.

Mechanisch gegen Unkraut?

Da das vorhandene Herbizidportfolio nur Notlösungen für die Unkrautbekämpfung im Nachauflauf bereithält, bietet sich auf sandigen Böden unter trockenen Bedingungen der Einsatz von Hackgeräten an. Der Bekämpfungserfolg hängt allerdings stark von den Standortbedingungen, der Witterung und dem Können des Landwirts ab. Aufgrund der ergiebigen Niederschläge in diesem Jahr waren bis dato oft weder mechanische noch chemische Unkrautbekämpfungen möglich.

Für die mechanische Unkrautbekämpfung gilt:

  • Striegeln vor dem Auflaufen fördert die Unkrautkeimung und Unkraut-Keimschläuche werden freigelegt, die anschließend vertrocknen.
  • Der Einsatz der Hacke folgt ab dem Keim- bis zum 2-Blatt-Stadium der Unkräuter.
  • Ab beginnendem Knollenansatz: keine Verletzung der Rhizome der Kartoffel und möglichst keine Zerstörung des Blattmaterials durch mechanische Unkrautbekämpfung.
  • In der Regel folgt als letzte mechanische Maßnahme die Dammformung, die aber bei sehr trockenen Bodenverhältnissen nicht zufriedenstellend gelingt.

Sehr unterschiedliche Bestände

Die bisherige Witterung 2024 erinnert stark an das Vorjahr und wird aller Voraussicht nach ein schwieriges, behandlungsintensives Jahr in der Kartoffel. Die Diskrepanz über NRW ist hoch. Während einige früh gepflanzte Bestände (vor allem...


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