Pflanzenbau aktuell

Getreide: Bestände schützen und kürzen

Im Wintergetreide tritt mancherorts erster Rost auf und einige Bestände müssen bald zum ersten mal eingekürzt werden. Darüber hinaus gilt es, Sommer- und Wintergetreide unkrautfrei zu halten.

Im Sommergetreide sind die Möglichkeiten der Gräserbekämpfung begrenzt. Als chemische Möglichkeiten steht für den Einsatz in Sommergerste und -weizen Axial 50 zur Verfügung. Gegen Windhalm und Flughafer sind 0,9 l/ha zugelassen, gegen Ackerfuchsschwanz und Weidelgräser 1,2 l/ha. Aufgrund von Resistenz ist eine ausreichende Wirkung gegen Ackerfuchsschwanz und Weidelgras aber oft nicht mehr gegeben. Vorzugsweise gegen Rispenarten steht Husar Plus + Mero (0,15 l + 0,75 l/ha) in Sommergerste und -weizen zur Verfügung.

In Sommerweizen kann zudem Broadway Plus + FHS (40 g + 0,6 l/ha) gegen Flughafer, mit Wirkung auch gegen Windhalm, zum Einsatz kommen. Husar Plus und Broadway Plus verfügen auch über eine meist ausreichende Wirkung gegen Unkräuter. Auch besteht die Möglichkeit eines Einsatzes von Boxer in Sommergerste (max. 5 l/ha im Nachauflauf bis BBCH 13). Die Sicherheit hinsichtlich Wirkung und Verträglichkeit sind aber begrenzt (keine Empfehlung).

Sofern die genannten Produkte gegen Gräser eingesetzt werden, ist der richtige Termin zum 2-3-Blattstadium der Ungräser erreicht. In Hafer gibt es keine Möglichkeit, Gräser chemisch zu bekämpfen.

Mechanische Möglichkeiten

In Abhängigkeit von der Bodentemperatur und dem davon abhängigem Keimverhalten kann man nach 3 bis 7 Tagen blindstriegeln. In diesem Jahr war/ist es dafür meist zu feucht. Nach dem Auflauf kann es im Sommergetreide nach Erreichen des 3. Laubblattstadiums weitergehen. Zu diesem frühen Termin kann man meist nicht schneller als 2 km/h fahren. Ab BBCH23 sind dann 4 km/h oder mehr möglich. Striegeln ist auch für das Getreide Stress und sollte nicht bei Frostgefahr stattfinden.

Am empfindlichsten auf den Striegel reagiert Sommergerste, Sommerweizen und Sommerhafer vertragen die Maßnahme besser. Flughafer, der aus bis zu 10 cm Bodentiefe aufläuft, ist mechanisch nicht beizukommen ist. Ackerfuchsschwanz kann ebenfalls aus Tiefen von 5-6 cm keinem und ist nur teils von der Verwandtschaft zu trennen. Hingegen ist Windhalm, als ausgesprochener Flachkeimer recht gut zu regulieren. Rispen nehmen eine Mittelstellung ein. Gut wirksam ist der Striegel nur gegen gerade keimende bzw. sich im Keimblattstadium befindliche Unkräuter. Die frühen Einsätze sich also entscheidend. Spätestens mit dem Beginn des Schossens muss das Getreide die weitere Unterdrückung übernehmen. Lediglich rankende Unkräuter wie Klettenlabkraut können, bei ausreichender Rahmenhöhe, noch ausgekämmt werden.

Chemische Möglichkeiten gegen zweikeimblättrige Unkräuter

Im Sommergetreide stehen...


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