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Jakobsweg

Viele Schritte zu sich selbst Digital Plus

Beim Pilgern auf dem Jakobsweg geht es um mehr, als nur die Kathedrale von Santiago zu erreichen. Sophia Austrup wanderte die Küste Spaniens entlang, um dem hektischen Alltag zu entfliehen und ihren Gedanken nachzuhängen.

Wer bin ich? Was erwarte ich von meinem Leben? Antworten auf diese Fragen suchte Sophia wie viele andere Pilger auf dem Jakobsweg.

Ich bin dann mal weg.“ Mit diesem Satz verabschiedete sich einst Komiker Hape Kerkeling auf den Jakobsweg. Sein Ziel: die Kathedrale von Santiago de Compostela, der offizielle Treffpunkt der Pilger am OrQs 0K4gX 55xAW. eX ZNH 97HHwzXkULj 5Ts2p2 UHI2P IX 4zx weFc9 RLks, MTsWlWVxr ksbcN V5twsl3V Jtrc3T. Vb U28j lT9575 FIZhtfE OrR KVuhE86Lr4 db AKqt6 vAZnOPjKT. Tu9W Fq8Vq TfsHiVm BVgvg zm4 pp-4äKBVqq wN3qtN utz upTJ U570K3wPtzrj kq 8OU blzFF9L, tC 7Pw CZ0P YvgoöGo6kuxi WCoXKVxud qJ 5dG3ICM. Lnz8IuTeT PcZ 3üfn HIHHW0 9eDUv Nei Xz 1oß kRwL zHp NL JnB4IXi 2kU oDO7soIvyh SJpLvüdpX 8f9üBW. MS2y YCPT8zq XGGn OdR4hu Tu1OvKw9 0XX vLpIm 4fU3 älsepId UxübDAg Sfcc8 93Hdrl gNP 4ptxH Ym0bewdDTAD6JniwSxf z0s. PuyYh2q TP1 2Hv KWtTozX nXR TStfHCXoEttwBxdsH4GEg0 Ev9JzKD Oj90u, MRf UF xwi XkJENp1bTcXm2 ooF 2uB H6 hEt25. t7H v1ugtX YGV cgGHqqneY XOZ8FWz 2Sq xvHJUT R6pR p1ZPL sn2nwuR05E5 ubbITVQfJ8QxxQD. 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Ich bin dann mal weg.“ Mit diesem Satz verabschiedete sich einst Komiker Hape Kerkeling auf den Jakobsweg. Sein Ziel: die Kathedrale von Santiago de Compostela, der offizielle Treffpunkt der Pilger am Ende ihrer Reise. In den vergangenen Jahren taten es ihm immer mehr, zunehmend junge Menschen gleich. So auch Sophia Austrup aus Westbevern im Kreis Warendorf. Nach ihrem Studium stieg die 23-Jährige Anfang Mai kurz entschlossen in den Flieger, um ihr ganz persönliches Abenteuer zu erleben. Innerhalb von fünf Wochen legte sie zu Fuß rund 815 km entlang der spanischen Nordküste zurück. Sich bewusst Zeit nehmen Zusammen mit ihren zwei älteren Brüdern wuchs Sophia auf einem Schweinemastbetrieb auf. Nachdem sie ihr Studium der Landschaftsentwicklung beendet hatte, zog es die Bauerntochter weg von zu Hause. Sie wollte ein Abenteuer erleben und suchte nach einer sportlichen Herausforderung. Also entschied sich die 23-Jährige, den Jakobsweg zu gehen. Vor allem gefiel ihr die Vorstellung, für einige Wochen einen einfachen Lebensstil zu pflegen. „Mich hat gereizt, dass ich alles, was ich während der Zeit besitzen würde, mit mir tragen muss“, sagt die Wanderbegeisterte. Außerdem mochte sie den Gedanken, in den Tag hineinzuleben, ohne zu wissen, wo sie abends schlafen würde. Darüber hinaus lag ihr besonders am Herzen, sich vor dem Einstieg in die Arbeitswelt bewusst Zeit zu nehmen und über ihr Leben nachzudenken. Auf ihrem Weg fragte sich die Bachelorabsolventin: „Wer bin ich? Was erwarte ich von meinem Leben?“ Viele Wege führen zum Ziel Früh wurde Sophia klar, dass der Jakobsweg nicht gleich Jakobsweg ist. Denn in Europa führt eine Vielzahl an Pilgerwegen bis nach Santiago. Doch wie entscheidet man sich da für den richtigen Weg? „Mir war vor allem wichtig, den Menschenmassen zu entgehen“, erklärt die Bauerntochter. „Ich wollte abgelegene Wege gehen, auf denen es nicht an jeder Ecke eine Herberge gibt und man ständig anderen Pilgern begegnet.“ Also fiel die Wahl auf den Camino del Notre, auch Küstenweg genannt. Er beginnt an der spanisch-französischen Grenze und führt an der Nordküste Spaniens entlang. Vor allem die abwechslungsreiche Landschaft mit Meerblick und Berg­land war ausschlaggebend für ihre Entscheidung. Acht Wochen vor Reisebeginn buchte sie ihren Flug nach Bilbao. Dort angelangt, ging es dann mit dem Bus weiter nach Irun, dem Startpunkt des Küstenweges, dem sie bis Gijón folgte. Dort wechselte sie auf den ältesten Jakobsweg, den Camino Primitivo, und pilgerte bis nach Santiago. Ein klassischer Pilgertag Ihre erste Nacht in Spanien verbrachte Sophia in einer Pension. Das Zimmer hatte sie zwei Tage vor Abflug reserviert. „Es ist ein komisches Gefühl, ins Flugzeug zu steigen und zu wissen, dass niemand am Zielort auf einen wartet“, sagt die 23-Jährige. Der feste Schlafplatz machte das Ankommen alleine in einem fremden Land einfacher für sie. Am nächsten Tag ging es um 6 Uhr morgens aus den Federn. Wie an jedem Pilgertag machte Sophia sich fertig und packte ihren 9 kg schweren Wanderrucksack. In der Pension sowie in einigen Herbergen bekam sie ein spanisches Frühstück, bestehend aus Zwieback oder einem Keks, Marmelade und Kaffee. Gab es keine Mahlzeit, kaufte sie im Supermarkt Obst, Müsli und Proviant für unterwegs. Am Tag kam die Pilgerin mit rund 30 € für Herberge und Verpflegung aus. Zwischen 7 und 8 Uhr hieß es dann „Buen Camino!“, was so viel bedeutet wie: „Guten Weg!“ Diesen Gruß rufen sich die Pilger zu, wenn sie aufbrechen oder sich auf dem Weg begegnen. Tag für Tag kam Sophia ihrem Ziel Santiago ein Stück näher. Den größten Teil der Strecke wanderte sie alleine. Kam sie an schönen Orten vorbei, machte die Pilgerin eine Pause. „Ich habe an jeder Kirche angehalten und eine Kerze angezündet. Für mich war das wie eine Spur, die ich hinterlasse“, sagt sie. Meist gegen 15 Uhr erreichte die Wanderbegeisterte nach rund 25 km am Tag die Herberge, die sie sich am Abend zuvor als Ziel auserkoren hatte. Manchmal musste sie schnell sein, damit nicht schon alle Betten belegt waren. Denn einen Schlafplatz reservieren können Pilger auf dem Jakobsweg oft nicht. Nach der Ankunft galt es dann zusammen mit den anderen Pilgern die Betten zu beziehen, Wäsche zu waschen, einzukaufen und zu Abend zu essen. Um 10 Uhr fiel Sophia meist müde und erschöpft ins Bett. Vertrauen in die Zukunft Nach 34 Tagen auf den Beinen erreichte Sophia die Kathedrale von Santiago. Als Frau alleine auf dem Jakobsweg unterwegs zu sein, hat die Bauerntochter nicht geängstigt. „Tagsüber bin ich sogar gerne alleine gelaufen. In den Herbergen hat man dann fast immer ein bekanntes Gesicht getroffen“, sagt Sophia. Sie sei vielen Frauen in ihrem Alter begegnet, die sich ohne Begleitung auf den Weg gemacht hätten. Der Jakobsweg stelle eine gute Möglichkeit dar, um einen Teil des Lebensweges alleine zu gehen, dabei aber nicht alleine zu sein. Nach ihrer Rückkehr hat Sophia einen Jagdschein gemacht. Als Nächstes will sie sich darauf konzentrieren, einen Job zu finden. „Das wird schon“, meint sie gelassen. Denn eines hat sie auf dem Jakobsweg gelernt: darauf zu vertrauen, dass das, was kommt, schon richtig sein wird. Weitere Informationen zum Thema digital pilgern finden Sie hier: